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Nachhaltigkeit

Qualität von Naturweinen überzeugt

Wein-Experten sehen Trend zu gesundem Ökosystem im Weinberg

Qualität von Naturweinen überzeugt © Fotolia_Romolo Tavani

Im Vorfeld der ProWein im März 2018 hat die Messe Düsseldorf einen Fachartikel von Wein-Sommelier Paula Redes Sidore und dem britischen Weinkritiker Stuart Pigott veröffentlicht. Ihre Erkenntnis: „Viele wichtige Einsichten, die von den Machern von Naturweinen schon lange vertreten werden, fließen nun endlich auch in die Entscheidungen von eher konventionellen Weinproduzenten ein.“

Für Naturweine gebe es keine festgelegten Richtlinien wie zum Beispiel bei Bio-Weinen. Die Bezeichnung ‚Naturwein‘ bedeute, dass der Eingriff in die Produktion möglichst gering ist und auf technologische Manipulation gänzlich verzichtet wird. Da dies auch die Grundlage für die kontrollierten Bio-Weine ist, trügen Naturweine in der Regel auch das Bio-Siegel. Das Geschmacksprofil sei tendenziell wild, herausfordernd und rege zum Nachdenken an, so die beiden Wein-Experten.

„Dass Naturweine nie wirklich groß herausgekommen sind, könnte ein inhärentes Nebenprodukt ihrer Ethik sein. Denn dieser Weinstil bedeutet riskante und teure Produktion mit geringen Erntemengen. Jeder Versuch der Massenproduktion widerspräche der Existenzberechtigung dieser Weine.“ Tatsächlich floriere das Genre auf kleinerer Bühne.

Die Randexistenz der Naturweine habe den Produzenten „eine gewisse handwerkliche Freiheit zum Experimentieren“ gegeben. „Viele ihrer Ideen haben sich tatsächlich als erfolgreich herausgestellt – und werden inzwischen auch außerhalb der Grenzen der Szene eingesetzt. So reden viele konventionelle Stimmen inzwischen von ihrem Respekt gegenüber einem gesunden Ökosystem im Weinberg und stellen den Einfluss, den Zusatzstoffe und Technologie auf den Geschmack haben, offen in Frage“, beschreiben Sidore und Pigott. Außerdem dämmere das Verständnis für den Wert eigener Charakteristika gegenüber der Homogenisierung.

Qualitativ hochwertige Weine durch Bio-Anbau

Dass beste Qualität in der Natur zu finden ist und sich mit hochwertigen Bio-Weinen Spitzenpreise erzielen lassen, weiß auch Winzer Ludwig Knoll in Würzburg. Durch die Bio-Umstellung des Weinguts seines Vaters lernte er, mit der Natur zu arbeiten. Laut ihm gibt es auch immer mehr Top-Winzer, die bereit sind, Bio-Weinbau zu betreiben, weil sie spüren, dass das Streben nach dem Maximum nur Stress für Winzer und Weinberg bedeute. Inzwischen wollten immer mehr mit der Natur arbeiten, statt gegen sie. „Der beste Wein ist immer der, der von alleine reift, mit dem man gar nichts macht“, betont Knoll.

Er würde sich immer wieder für den biodynamischen Anbau entscheiden. Zwar spare der Einsatz von Herbiziden rund 100 Stunden Arbeit und führe gern mal zu einem überhöhten Ertrag von 100 Hektolitern und mehr je Hektar. Doch nach 20 Jahren seien die Reben und der Boden ausgelaugt und als Monokultur im Ungleichgewicht. Der Ertrag von 50 bis 70 Hektolitern pro Hektar durch Bio-Anbau sei dagegen harmonisch und nachhaltig. Und: „Der Kunde ist bereit, die Qualität des Bio-Weins zu honorieren.“

Sina Hindersmann


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