Nachhaltigkeit
Palmöl-Lieferketten: NGOs sehen Verstöße gegen Nachhaltigkeitsstandards
Konsumgüterkonzerne riskieren Probleme mit EU-Entwaldungsverordnung
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Eine Untersuchung indonesischer Umweltorganisationen wirft mehreren hundert Palmölunternehmen Verstöße gegen indonesisches Recht und Nachhaltigkeitsstandards vor. Die betroffenen Plantagen sind demnach mit den Lieferketten von internationalen Konsumgüterkonzernen wie Nestlé, PepsiCo, Unilever, Ferrero und Colgate-Palmolive verbunden. Laut den NGOs riskieren die Unternehmen einen Verstoß gegen die EU-Entwaldungsverordnung.
An der Untersuchung beteiligt waren die Organisationen Walhi Kalteng, TuK und Sawit Watch. Sie werteten unter anderem frei zugängliche Daten und Satellitenbilder aus, um mögliche Entwaldungen nach dem für die EUDR maßgeblichen Stichtag zu identifizieren. Anschließend überprüften sie die Hinweise bei Besuchen vor Ort. Mithilfe veröffentlichter Lieferketteninformationen der Konsumgüterkonzerne verfolgten sie die Verbindungen zwischen den betroffenen Plantagen und den Abnehmern.
Die festgestellten Verstöße betreffen sowohl indonesische Umweltgesetze als auch Standards des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO). Nach Angaben der NGOs sind Zulieferer von einigen der größten Marken Europas und Nordamerikas betroffen: Colgate-Palmolive, Ferrero, Friesland Campina, General Mills, Hershey, Johnson&Johnson, Mondelez, Pepsico, Procter & Gamble, ReckitBenckiser und Unilever.
Janang Firman von Walhi Kalteng kritisiert, dass die Unternehmen offensichtliche Verstöße trotz vergleichsweise einfacher Recherchemöglichkeiten nicht erkannt hätten. Er fordert die zuständigen Behörden in der EU auf, die Untersuchungsergebnisse bei der Durchsetzung der Entwaldungsverordnung zu berücksichtigen. Auch Perrine Fournier von der Umweltorganisation Fern sieht nun die Behörden in der Pflicht.
Die EUDR verpflichtet Unternehmen, bestimmte Rohstoffe und daraus hergestellte Produkte nur dann auf dem EU-Markt bereitzustellen oder aus der EU zu exportieren, wenn sie entwaldungsfrei und im Einklang mit den einschlägigen Rechtsvorschriften des Erzeugerlandes produziert wurden. Dazu zählt auch Palmöl. Die Verordnung soll nach der jüngsten Verschiebung ab Dezember 2026 angewendet werden.
Indonesien zählt zu den wichtigsten Palmölproduzenten weltweit. Nach Angaben der Untersuchung beliefen sich die Palmölexporte des Landes in die EU in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 auf 1,51 Milliarden US-Dollar. Das waren 11,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Deutschland ist ein wichtiger Importeur von Palmöl und spielt eine bedeutende Rolle als Einfuhrstandort für die europäische Lebensmittel-, Biokraftstoff- und Industriebranche.







