Markt
Bio-Markt-Anteil erreicht 8,1 Prozent
Hohes Wachstum bei E-Commerce und Drogeriemärkten
© BÖLW
Der Bio-Markt in Deutschland ist im dritten Quartal 2026 weiter gewachsen. Mit einem Umsatzplus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal erreichte der Bio-Anteil am Lebensmittelmarkt erstmals 8,1 Prozent. Besonders dynamisch entwickelten sich der E-Commerce und die Drogeriemärkte, während der Naturkostfachhandel Umsatzeinbußen hinnehmen musste. Die neuen Zahlen hat der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) veröffentlicht.
Insgesamt wurden von Juli bis September 2026 Bio-Lebensmittel und -Getränke im Wert von 4,42 Milliarden Euro verkauft. Das Wachstum lag damit fast zehnmal so hoch wie die Teuerungsrate für Lebensmittel insgesamt, die 0,3 Prozent betrug. Für die ersten neun Monate des Jahres ergibt sich ein Umsatzplus von 4,3 Prozent. Der Lebensmittelmarkt insgesamt legte im gleichen Zeitraum um 1,6 Prozent zu.
Besonders stark wuchsen im dritten Quartal die Drogeriemärkte und der E-Commerce mit jeweils 7,8 Prozent. Die Drogeriemärkte kommen inzwischen auf einen Anteil von 12,7 Prozent am Bio-Markt. Nach zuletzt teilweise zweistelligen Wachstumsraten könnte sich die Entwicklung dort allmählich konsolidieren. Die Discounter steigerten ihren Bio-Umsatz um 4,4 Prozent und erreichen einen Marktanteil von 27,8 Prozent. Die Vollsortimenter legten um 2,6 Prozent zu und halten mit 31,4 Prozent den größten Anteil am Bio-Markt.
Der Sommer beeinflusste das Einkaufs- und Konsumverhalten laut BÖLW spürbar. An den zahlreichen Hitzetagen hätten viele Menschen Innenstädte und Einkaufszentren gemieden, während die Nachfrage nach Eis und kalten Getränken boomte. Die Menschen aßen viel auswärts und setzten daheim auf leichte Küche, was den Absatz an Bio-Mozzarella, -Feta, -Melonen und -Salat nach oben trieb. Der E-Commerce mit der Lieferung bis an die Haustür erreichte mit 4,7 Prozent einen neuen Höchststand beim Anteil am Bio-Markt.
Für den Naturkostfachhandel fiel die Bilanz dagegen negativ aus: Sein Umsatz sank um zwei Prozent, der Marktanteil liegt nun bei 17,3 Prozent. Der BÖLW vermutet, dabei könne auch die Hitze eine Rolle gespielt haben, da die Wege zu Bioläden im Schnitt weiter seien als zu anderen Einkaufsstätten.
„Der wachsende Bio-Markt ist ein Weckruf“, kommentiert die BÖLW-Vorstandsvorsitzende Tina Andres. Die Menschen erwarteten zu Recht, dass die Bio-Branche Lebensmittel regional erzeuge und Wasser, Insekten und Vögel in ihrer Heimat schütze. Es sei Aufgabe der Politik, Landwirte zur Umstellung auf Ökolandbau zu ermutigen und ihre Leistungen für das Gemeinwohl angemessen zu honorieren. Dafür brauche es gute Rahmenbedingungen für heimisches Bio.
Der BÖLW erhebt dieses Jahr erstmals in Zusammenarbeit mit der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft (AMI) Quartalszahlen für den Bio-Markt. Grundlage sind Daten der Marktforschungsinstitute NIQ Nielsen und YouGov sowie für den Naturkostfachhandel von bioVista und BioBerater SDServices.







