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Kooperation mit LEH soll Bio-Gemüse-Absatz steigern

Neues KÖN-Projekt bringt Handel und Bio-Branche zusammen

Kooperation mit LEH soll Bio-Gemüse-Absatz steigern © stock.adobe.com / Markus Mainka
Bio-Möhren kommen laut AMI derzeit zu 73 Prozent aus Deutschland. Das KÖN will den Selbstversorgungsanteil weiter nach oben bringen.

Mehr deutsche Verbandsware in den Lebensmitteleinzelhandel bringen – mit diesem Ziel ist das Projekt ‚Mehr Ökolandbau durch Selbstverpflichtung des Handels‘ gestartet. Das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) will darin gemeinsam mit Erzeugern, Verarbeitern und Vermarktern neue Wachstumsstrategien entwickeln. Im Mittelpunkt stehen die Bio-Frischeprodukte Kartoffeln, Äpfel, Möhren und Zwiebeln (KÄMZ).

Der deutsche Bio-Markt bietet nach Einschätzung der Projektinitiatoren bei heimischem Bio-Gemüse noch erhebliches Wachstumspotenzial. Die Bio-Marktanteile von Kartoffeln, Äpfeln, Möhren und Zwiebeln aus Deutschland seien vergleichsweise gering, während drei Viertel der deutschen Bio-Konsumenten laut einer Bilendi-Umfrage Bio aus Deutschland bevorzugen. Zudem könne der heimische Ökolandbau schnell auf eine steigende Nachfrage reagieren.

„Für die Zukunft der Bio-Agrar- und Ernährungswirtschaft braucht es ökonomisch nachhaltige Entscheidungen, unternehmerischen Mut und realistische Visionen“, meint Henning Niemann, Verarbeiter- und Händlerberater beim KÖN, der das Projekt koordiniert.

Branchenvertreter aus Vermarktung und Handel sind aufgerufen, im Wettbewerb um das aussichtsreichste KÄMZ-Produkt die kreativsten Ideen, besten Kontakte und erfolgversprechendsten Vermarktungsstrategien einzubringen.

Bis September 2026 sollen zu den drei aussichtsreichsten Frische-Produkten Runde Tische stattfinden, an denen Handel und Erzeuger im Tandem teilnehmen. Als Teilnehmer geplant sind die Erzeuger-Organisationen Bioland, Naturland und Demeter, die Bio-Kartoffel-Erzeuger (BKE), die IG nachhaltiges Bio-Feldgemüse und der Öko-Obstbau Norddeutschland Versuchs- und Beratungsring (ÖON). Dazu kommen Verarbeiter der jeweiligen Produktgruppe und Einkäufer des Handels von den größten Handelsgesellschaften in Deutschland: Aldi, Lidl, Kaufland, Rewe, Penny, Edeka und Netto – ergänzt von weiteren wie Globus und Akteuren der Außer-Haus-Verpflegung. Gemeinsam sollen sie über Trends und Marktpotenziale, mögliche Hindernisse und praxisnahe Strategien für eine Steigerung der Nachfrage diskutieren.

Für Ende November ist zum vielversprechendsten Produkt ein weiterer Runder Tisch in Visselhövede (Niedersachsen) geplant. Wieder erfolgt die Teilnahme im Tandem, wobei der Handel dieses Mal durch Vertrieb/Marketing vertreten wird. Die Ergebnisse werden beim ‚Bio-Fachforum Gemüse und Kartoffeln‘ am 1. Dezember vorgestellt und anschließend weiter konkretisiert.

Beim Biofach-Kongress im Februar 2027 soll schließlich eine gemeinsame Vereinbarung der beteiligten Handelshäuser präsentiert werden. Niemann erhofft sich von dem Projekt eine Breitenwirkung mit weiteren Leuchtturm-Produkten. Außerdem soll ein kooperativer Umgang innerhalb der Wertschöpfungskette sowie privatwirtschaftliches Engagement für mehr Ökolandbau in Deutschland angestoßen werden.

Das Projekt ‚Mehr Ökolandbau durch Selbstverpflichtung des Handels‘ wird vom Land Niedersachsen gefördert.

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