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Pestizide im Kaffee

Bericht zeigt Belastung mit verbotenen Pestiziden

Pestizide im Kaffee © pixabay

Jede fünfte Tasse Kaffee enthält Pestizidrückstände. Von 159 Pestizidwirkstoffen, die in der Kaffeeproduktion eingesetzt werden, sind fast 60 Prozent in der EU verboten. Zu diesem Ergebnis kommt ein gemeinsamer Bericht von Coffee Watch, der Deutschen Umwelthilfe, dem Inkota-Netzwerk und dem Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN) UK. Die Organisationen kritisieren ungerechte Doppelstandards in der Kaffeebranche und fordern einen Stopp des Exports von in der EU verbotenen Pestiziden.

Laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) stehen die eingesetzten Pestizide nachweislich mit ernsten gesundheitlichen Folgen wie Krebs und Fortpflanzungsschäden in Zusammenhang. Während Verbraucher hierzulande von den Pestizidrückständen im Kaffee betroffen seien, liege die größte Last bei den Menschen in den Anbauländern, die den Pestiziden unmittelbar und oft ohne ausreichende Schutzkleidung ausgesetzt seien.

Allein in Brasilien wurden nach Angaben der DUH im Jahr 2025 rund 19,8 Millionen Liter Pestizide im Kaffeeanbau eingesetzt – pro Hektar mehr als beim Anbau von Mais oder Soja. In Vietnam habe sich der Pestizideinsatz in 25 Jahren mindestens verdreifacht. Und in Kenia entfielen 27 Prozent des nationalen Pestizideinsatzes auf den Kaffeeanbau, obwohl Kaffee weniger als ein Prozent der Anbaufläche einnimmt.

„Pestizide, die in der EU als zu gefährlich eingestuft sind, werden in Kaffeeanbauländer exportiert und dort unter deutlich schwächeren Schutzstandards eingesetzt“, erklärt Silke Bollmohr vom Inkota-Netzwerk, Hauptautorin des Berichts. „Das ist Umweltungerechtigkeit und ein Menschenrechtsproblem. Politik und Unternehmen dürfen nicht länger von einem System profitieren, das die Risiken auf Menschen und Ökosysteme in den Anbauländern verlagert.“

Svane Bender, Bereichsleiterin Naturschutz und Biologische Vielfalt der DUH, berichtet, Deutschland importiere jährlich im Durchschnitt 1,1 Millionen Tonnen ungerösteten Kaffee. Die Kaffeefirmen erzielten damit einen Gewinn von bis zu 12,9 Milliarden Euro pro Jahr. „Die Folge sind kranke Arbeiterinnen und Arbeiter, zerstörte Artenvielfalt und vergiftete Böden.“

Coffee Wacht, DUH, Inkota-Netzwerk und PAN fordern die Bundesregierung und die EU auf, den Export von in der EU verbotenen Pestiziden zu beenden. Unternehmen sollten stärker in die Pflicht genommen werden und den Übergang zu einer ökologisch verträglichen und menschenrechtskonformen Kaffeeproduktion mitfinanzieren.

Der vollständige Bericht auf Englisch kann hier eingesehen werden.

Eine Zusammenfassung auf Deutsch ist hier verfügbar.

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