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EU-Chemikalienbehörde: TFA ist fortpflanzungsgefährdend

Umweltorganisationen fordern Verbot von PFAS-Pestiziden

EU-Chemikalienbehörde: TFA ist fortpflanzungsgefährdend © stock.adobe.com/encierro

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat die Ewigkeitschemikalie Trifluoressigsäure (TFA) offiziell als fortpflanzungsgefährdend eingestuft. Ihr Risikobewertungskomitee (RAC) ordnete TFA als reproduktionstoxisch der Kategorie 1B ein. Nach der EU-Pestizidverordnung sind Stoffe dieser Kategorie von der Genehmigung ausgeschlossen. Umweltorganisationen fordern nun ein rasches Verbot von PFAS-haltigen Pestiziden, die TFA freisetzen.

Grundlage für die Einstufung waren Studien, in denen TFA bei Kaninchen schwere Fehlbildungen am Fötus und bei Ratten eine Abnahme der Spermienqualität und -zahl ausgelöst hat. Künftig trägt der Stoff den Gefahrenhinweis ‚Kann das Kind im Mutterleib schädigen‘ sowie ‚Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen‘.

TFA ist das letzte Abbauprodukt von PFAS, per- und polyfluorierter Alkylverbindungen, die in bestimmten Pestiziden vorkommen. Nach Erkenntnissen des deutschen Umweltbundesamts sind PFAS-Pestizide die wichtigste Quelle der TFA-Belastung des Grundwassers – mit einer jährlichen potenziellen Freisetzung von bis zu 434 Tonnen allein in Deutschland. Besonders problematisch macht den Stoff eine Kombination aus Persistenz, Mobilität und Toxizität. „TFA ist nicht nur giftig für die Fortpflanzung, sondern auch extrem langlebig und mobil im Wasserkreislauf“, betont das Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany).

„Heute ist ein Wendepunkt. Die EU bestätigt: TFA ist keine harmlose Umweltverunreinigung, sondern eine Ewigkeitschemikalie mit schwerwiegenden Gefahreneigenschaften, die sich dauerhaft in der Umwelt anreichert. Nach den Vorgaben der EU-Pestizidverordnung hat das unmittelbare Konsequenzen für PFAS-Pestizide, die TFA freisetzen. Sie erfüllen die Zulassungsvoraussetzungen nicht mehr“, berichtet Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker der Umweltschutzorganisation Global 2000.

Die Einschätzung der ECHA wird nun an die EU-Kommission übermittelt. PAN Germany und Global 2000 fordern die zuständigen Behörden in Deutschland und Österreich sowie die EU-Kommission auf, die Zulassungen aller TFA-freisetzenden PFAS-Pestizide unverzüglich zu überprüfen und die erforderlichen regulatorischen Konsequenzen zu ziehen.

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