Bio-Markt
Analyse hinterfragt Preisvorteil von Bio-Kaffee aus Peru
Datenauswertung von Martín Garay zeigt kaum Unterschiede zwischen Bio- und konventionellen Exportpreisen
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Eine Analyse des Newsletters ‚The Garay Brief‘ untersucht die Exportpreise von peruanischem Bio-Kaffee und kommt zu dem Ergebnis, dass die Bio-Zertifizierung auf Ebene der Rohkaffee-Exporte kaum einen Preisaufschlag bringt. Autor Martín Garay hat nach eigenen Angaben mehrere Datensätze genutzt, um die Preisentwicklung von Bio- und konventionellem Kaffee zu prüfen. Demnach spielt die Bio-Zertifizierung für den Exportpreis nur eine untergeordnete Rolle, während die Qualitätsstufe den entscheidenden Einfluss habe.
Nach Angaben Garays wird peruanischer Rohkaffee in diesem Jahr zu durchschnittlich rund 6,60 US-Dollar je Kilogramm exportiert. Bio-Kaffee werde dabei im Massenmarkt – innerhalb der Standardqualitäten – praktisch zu denselben Preisen verschifft wie konventionelle Ware, der Preisunterschied schwanke um die Nulllinie. Standardkaffee mache insgesamt mehr als 99 Prozent des exportierten Volumens aus.
Auch wenn man die Kaffee-Exporteure betrachtet, lägen die Preise, die Unternehmen mit hohem Bio-Anteil und solche mit fast keinem Bio-Anteil erzielen, nur wenige Cents auseinander. Preisunterschiede sieht Garay in erster Linie mit Blick auf die Qualitätsstufe und nicht als Folge des Bio-Siegels. Auf hochpreisige Spezialitätenkaffees entfalle allerdings nur ein Bruchteil der peruanischen Exporte.
Was die Struktur des peruanischen Bio-Kaffeemarkts angeht, so sei der Marktzugang ungewöhnlich offen. Ein marktbeherrschendes Unternehmen gebe es nicht. Bei den meisten der aktuell über 60 Exporteure handle es sich um Erzeugergenossenschaften und 40 davon hätten zwei Jahre zuvor noch überhaupt keinen Kaffee verschifft. Demgegenüber konzentriere sich die Nachfrage auf wenige Länder: Die USA, Deutschland, Belgien und Kanada nähmen zusammen etwa vier Fünftel des peruanischen Bio-Kaffees ab. Hinzu komme, dass der Großteil der Exporte zwischen August und Oktober verschifft werde.
Aus diesen Faktoren leitet Garay ein von ihm als ‚Open-Origin Window‘ bezeichnetes Marktprinzip ab. Ein höherer Einkaufspreis verschaffe Käufern demnach nicht zwangsläufig Vorteile. Wichtiger sei es, frühzeitig verlässliche Bezugsquellen für die gewünschte Herkunft zu sichern. Dieses Muster lässt sich laut Garay auch auf andere peruanische Bio-Rohstoffe wie Kakao, Bananen oder Quinoa übertragen.







