Österreich
Umfrage: Für 65 Prozent gehört Bio zu gesunder Ernährung
Bio Austria sieht politischen Nachholbedarf
© pixel-shot.com / Leonid Yastremskiy
Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Vereins Zukunft:Essen zeigt einen deutlichen Meinungswandel in Österreich: Fast zwei Drittel sehen Bio als Teil einer gesunden Ernährung – nahezu doppelt so viele wie noch 2022. Besonders mit Blick auf Kinder und vulnerable Personen wird Bio als wichtig eingestuft. Zukunft:Essen und der Verband Bio Austria fordern daher zum Schulstart die konsequente Umsetzung des Aktionsplans für nachhaltige öffentliche Beschaffung (naBe-Kriterien) sowie ein bundesweit koordiniertes Aktionsprogramm für gesunde und leistbare Ernährung an österreichischen Schulen.
Die Studie ‚Bio-Lebensmittel und Ernährung‘ wurde im Juli und August 2026 von marketagent durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen nach Ansicht von Bio Austria, dass die österreichische Bevölkerung in Fragen der Ernährungstransformation deutlich weiter sei als die politischen Rahmenbedingungen.
Über 80 Prozent der Befragten betonen die Bedeutung der Bio-Landwirtschaft für Umwelt und Klimaschutz. Und mehr als 71 Prozent sind überzeugt, dass Bio-Lebensmittel auch mit Blick auf die menschliche Ernährung gesünder sind. Für über 65 Prozent gehört Bio zu einer gesunden Ernährung dazu. Wenn es um Ernährung für Kinder und vulnerable Personen gehört, halten gut 77 Prozent Bio für wichtig, 73 Prozent befürworten Bio-Ernährung für kranke Menschen.
Auch was vegetarische Ernährung angeht, stellt die Umfrage eine hohe Akzeptanz für einen Wandel fest. So könnten sich fast 87 Prozent einen fleischfreien Tag pro Woche vorstellen und gut 60 Prozent befürworten regelmäßige Veggie-Tage in Kantinen.
Eine Barriere trotz des Wunsches nach mehr Nachhaltigkeit bleibt allerdings der Preis. Während rund 61 Prozent angaben, sich gerne überwiegend biologisch ernähren zu wollen, halten über 71 Prozent Bio-Lebensmittel für zu teuer.
Um gegenzusteuern, sieht Zukunft.Essen eine zentrale Verantwortung beim Staat, insbesondere mit Blick auf Kindertagesstätten und Schulen. Aktuell ist die Schulverpflegung weitgehend auf Ebene der Gemeinden organisiert. Dies führe in der Praxis zu großen Qualitäts- und Preisunterschieden sowie fehlender finanzieller und fachlicher Unterstützung vor Ort. „Was ein Kind isst, darf nicht davon abhängen, in welcher Gemeinde es zur Schule geht. Schulessen darf kein Wohnort-Lotto sein“, betont Andrea Vaz-König, Obfrau von Zukunft:Essen.
Nach dem aktuellen österreichischen Regierungsprogramm soll seit 2025 eine Bio-Quote von mindestens 30 Prozent in der öffentlichen Beschaffung durchgesetzt werden – laut Bio Austria hinke die Umsetzung allerdings hinterher. „Wenn zwei Drittel der Bevölkerung Bio als Teil gesunder Ernährung sehen, dann sind 30 Prozent Bio in der öffentlichen Beschaffung kein ambitioniertes Ziel mehr, sondern das Minimum“, erklärt Barbara Riegler, Obfrau von Bio Austria.
Um gesunde und leistbare Ernährung für alle Kinder sicherzustellen, fordern Zukunft:Essen und Bio Austria, die konsequente Umsetzung der naBe-Kriterien (mindestens 30 Prozent Bio) in der Gemeinschaftsempfehlung, in Kombination mit den Ernährungsempfehlungen des Gesundheitsministeriums. Für hochwertiges und bezahlbares Schulessen brauche es faire und bundesweit einheitliche Finanzierungsmodelle. Transparenz soll ein verpflichtendes Monitoring garantieren, nachdem jährlich über Fortschritte in puncto Bio-Anteil und Ernährungsqualität berichtet werden muss.







