Tierhaltung
Tierschützer protestieren für Ende der Käfighaltung
Fünf Jahre nach EU-Zusage ist noch kein Verbot in Sicht
© Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt
Fast 1,4 Millionen EU-Bürger, darunter rund ein Drittel aus Deutschland, haben vor fünf Jahren die Bürgerinitiative ‚End the Cage Age‘ unterzeichnet. Am 30. Juni 2021 kündigte die Europäische Kommission an, bis Ende 2023 entsprechende Gesetzesvorschläge vorzulegen. Darauf warten Tierschützer bislang allerdings vergeblich. Gemeinsam mit anderen Tierschutzorganisationen hat die Albert-Schweitzer-Stiftung am Mittwoch vor der Vertretung der Kommission in Berlin protestiert.
„Es braucht keine weiteren warmen Worte und keine neuen Versprechen. Es braucht Gesetze“, betont Mahi Klosterhalfen, Präsident der Albert-Schweitzer-Stiftung. „In den kommenden Monaten muss die Europäische Kommission die angekündigten Gesetzesvorschläge vorlegen und damit den Ausstieg aus der Käfighaltung verbindlich einleiten. Daran entscheidet sich die Glaubwürdigkeit europäischer Politik – und ob sie den Werten gerecht wird, auf die sie sich beruft.“
Beteiligt an dem Protest waren neben der Albert-Schweitzer-Stiftung die Organisationen Vier Pfoten, Deutscher Tierschutzbund, Provieh und Animal Society. Mit Redebeiträgen und der Übergabe eines offenen Briefs haben sie die EU-Kommission an ihr Versprechen erinnert, die Käfighaltung in der Europäischen Union schrittweise zu beenden.
Nach den neuen Zeitplänen der Kommission sollen bis Ende 2026 Vorschläge für die Haltung von Legehennen und Masthühnern vorgelegt werden, Vorschriften zur Schweinehaltung sollen bis zum zweiten Quartal 2027 folgen. Darin sehen die Tierschützer Bewegung in die richtige Richtung, allerdings noch nicht die umfassende Lösung, die 2021 versprochen wurde. Noch immer würden in der EU geschätzt rund 300 Millionen Tiere pro Jahr in Käfigen, Kastenständen oder vergleichbaren Haltungssystemen gehalten.







