Dänemark
Mehr Bio-Vielfalt durch Co-Branding
Dänische Handelsketten und Hersteller entwickeln Sortimente gemeinsam
© Organic Denmark
Zehn verschiedene Bio-Skyr-Sorten in einem Regal, in Packungsgrößen von 160 bis 1.000 Gramm, mit Geschmacksrichtungen von Zitrone über Erdbeere bis Vanille: Diese Angebotsvielfalt innerhalb einer Produktkategorie ist laut dem Verband Organic Denmark das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen einer Marke und einer Handelskette – und zugleich ein Grund für den hohen Bio-Anteil im dänischen Einzelhandel.
Die unterschiedlichen Skyr-Produkte hat die Bio-Molkerei Thise zusammen mit den Handelsketten der Coop-Gruppe entwickelt. Organic Denmark fungierte dabei nach eigenen Angaben als Vermittler und Katalysator. Als weiteres Beispiel nennt der Verband eine Kooperation der Discount-Kette Rema 1000 mit dem Bio-Gut Gram Slot, infolge derer Bio-Kunden in den Bereichen Mopro, Mehl und TK-Kartoffelprodukte aus bis zu 30 Artikeln wählen könnten.
Paul Holmbeck, ehemaliger Geschäftsführer von Organic Denmark, nun selbstständiger Bio-Berater, sieht erhebliches Potenzial im Co-Branding zwischen starken Bio-Marken und Einzelhändlern. Der Verband unterstütze die Zusammenarbeit auch in der Kategorieentwicklung und indem er konkrete Produktchancen identifiziere, erklärt Dennis Hvam, Leiter Internationaler Markt bei Organic Denmark.
Nach Ansicht des Verbands ist die Strategie mit ausschlaggebend für die positiven Bio-Marktzahlen Dänemarks. Der Bio-Anteil am gesamten dänischen Einzelhandelsumsatz lag 2024 bei 11,6 Prozent, gleich hinter der Schweiz mit 12,3 Prozent. Besonders hoch ist der Bio-Umsatz bei Frische-Kategorien wie Eiern (41 Prozent), Gemüse (39 Prozent) und Milch (38 Prozent). Zum Vergleich: Deutschland erreicht bei der Milch nur 16, Österreich 29 Prozent. Für den deutschen Markt sieht Organic Denmark daher noch viel Potenzial.







