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Pestizidatlas 2022: Kein Weniger in Sicht

Neue Daten und Fakten zu Giften in der Landwirtschaft

Seit 1990 ist die Menge der weltweit eingesetzten Pestizide um 80 Prozent gestiegen, in Südamerika sogar um fast 150 Prozent. Das zeigt der Pestizidatlas, der im Januar in Berlin veröffentlicht wurde. Die Heinrich-Böll-Stiftung, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und das Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany), gemeinsame Herausgeber mit Le Monde Diplomatique, fordern von der neuen Bundesregierung, den Einsatz von Pestiziden konsequent zu reduzieren und den Export verbotener Pestizide zu unterbinden.

Gibt es in Europa für die letzten Jahrzehnte nur einen leichten Anstieg im Pestizideinsatz von drei Prozent zu verzeichnen, so zeigt sich global ein anderes Bild: +143 Prozent in Südamerika, +86 Prozent in Ozeanien und +71 Prozent in Afrika. Besonders der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen, beispielsweise Soja als Futtermittel, habe in Ländern mit großer Artenvielfalt zu einer gravierenden Ausweitung des Einsatzes an Herbiziden geführt, so die Autoren.

Zu den fatalen Folgen für die Biodiversität kommt die Belastung für die Gesundheit. 385 Millionen Menschen erkranken laut Atlas jährlich an Vergiftungen, weil sie mit Pestiziden in Kontakt gekommen sind, davon 255 Millionen in Asien und 115 Millionen in Afrika.

„Auch deutsche Firmen exportieren hochgefährliche Pestizide nach Afrika, Asien und Lateinamerika, die bei uns zum Schutze der Bevölkerung und der Umwelt verboten wurden“, kritisiert Doris Günther, Vorstand von PAN Germany. „Diesen unhaltbaren Zustand müssen die deutsche und europäische Politik beenden und konsequent den Export verbotener Pestizide gesetzlich untersagen.“

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