Start / Ausgaben / BioPress 43 - Mai 2005 / Tegut verleiht Bio Flügel

Tegut

Tegut verleiht Bio Flügel

Fuldaer Filialist am Frankfurt Flughafen mit einem City-Markt vertreten

Seit 18. März wird der Supermarkt im Frankfurter Flughafen von Tegut aus Fulda betrieben. Der Mittelständische Lebensmittelfilialist hat damit seinen fünften Markt im Rhein-Main-Gebiet eröffnet. Drei sollen im Laufe des Jahres 2005 folgen. Der MLF mit dem breiten Bio-Sortiment setzt damit seine Expansion im Rhein-Main-Gebiet fort. Lebensmittel aus kontrolliert biologischen Anbau trugen 2004 überproportional zum Wachstum des Familienunternehmens bei. 16 Prozent legte das Bio-Segment zu. Das gesamte Unternehmen wuchs um 3,1 Prozent und erzielte mit seinen 5.146 Mitarbeitern einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro.

Ein zufrieden lächelnder Tegut-Vorstand Thomas Gutberlet, zuständig für Marketing, bespricht sich mit zwei Mitarbeitern im Tegut-City im Frankfurter Flughafen. Er hat drei Wochen nach der Eröffnung allen Grund zur Freude. Bei niedrigerem Preisniveau hat sein Marktleiter Hartmut Jenisch den gleichen Umsatz geschafft wie die alten Betreiber, die Gebrüder Heinemann. Die Kaufleute hatten aber ein wesentlich höheres Preisniveau, durch schlechtere Konditionen im Einkauf, weil sie nur den einen Lebensmittelmarkt führten.

Für die Familie Gutberlet ist der Flughafen der zweite Standort in der Main-Metropole und die vierte Neu-Eröffnung in dem Ballungsraum innerhalb eines Jahres. Fünfmal sind die Fuldaer nun in der Region vertreten. Im Laufe des Jahres soll in Rödelheim der dritte Markt in Frankfurt eröffnet werden. In Walldorf-Mörfelden und in Raunheim bei Rüsselsheim will sich der mittelständische Lebensmittel-Filialist ebenfalls ansiedeln.

Gute Bio-Lebensmittel gefragt

Gut ein Jahr nach dem Gang an den Main kann Thomas Gutberlet sagen, dass der Schritt richtig war: „Wir liegen über den Erwartungen“. Der Filialist mit 301 Verkaufsstellen war bisher in Hessen, Nordbayern, Thüringen und Südniedersachsen eher im ländlichen und kleinstädtischen Raum angesiedelt, denn im großstädtischen Umfeld.

Die Qualitätsstrategie mit hohem Bio-Anteil trifft im hessischen Ballungszentrum auf eine kaufkräftige Käuferschicht. In Städten wie Wiesbaden hat ein Filialleiter Kunden, die einen Bio-Prosecco für 3,99 Euro nicht noch zehn Cent preiswerter wollen, sondern weiter oben im Regal nach einem höherwertigen Produkt schauen. Kunden, die sich jeder Kaufmann wünscht, aber mancher Vollsortimenter heute nicht bedienen kann, weil er keine hochpreisigen Waren mehr gelistet hat. Rhein-Main ist ein Handelsplatz für gute Bio-Lebensmittel.

Das Outlet am Flughafen hat die Familie Gutberlet von den Gebrüdern Heinemann übernommen, die darin einen Feinkost-Markt betrieben. Bei den Duty-Free-Spezialisten passte der Lebensmittelmarkt aber nicht ins Geschäftskonzept, so dass sie ihn abgaben. Tegut betreibt darin einen City-Markt, das neue Format für die Kleinfläche. Der Prototyp steht in Wiesbaden (bioPress, Nr. 41, S.6).  Charakteristisch ist der hohe Anteil an Frische, TK-, und Bio-Lebensmitteln. Dazu gehört eine ansprechende Ladengestaltung für ein großstädtisches Umfeld.

Der tegut im Fraport ist übersichtlich und durchdacht geordnet, so ermöglicht er einen schnellen und bequemen Einkauf. Non-Food wie Drogerie- und Kosmetikartikel, Zeitungen und Zeitschriften, Schreibwaren und Reisebedarf sind hier besonders gefragt, und der Anteil am Umsatz ist höher als in den anderen Tegut-Märkten. Das Sortiment umfasst rund 12.000 Artikel.

Die Kundenfrequenz ist hoch, die Bons sind eher klein. „keiner benutzt hier einen Einkaufswagen“, weist Gutberlet auf die Besonderheit hin. Ein Bio-Joghurt und ein Bio-Riegel für die Pause einer Flughafen-Angestellten oder nur eine Schachtel Zigaretten gehen über die Kasse.

Bio-Wurst aus eigener Herstellung

Tegut fährt hier das volle Bio-Programm in SB mit 1.300 Artikeln.  Die Bedienung bei Brot und Fleisch erledigen zwei konzessionäre, die Käseauswahl mit hohem bio-Anteil in Prepacking entspricht der einer Käsetheke. Zentraler Bereich des tegut City im Flughafen ist der Marktplatz mit frischem Obst- und Gemüse. Das Bio-Sortiment umfasst hier je nach Saison bis zu 70 Artikel. Tegut bezieht einen Großteil seines Obst- und Gemüseangebotes in Bio-Qualität aus Vertragsanbau von Bauern aus der Region.

Bio-Backwaren kommen von der Tochter Herzberger Bäckerei; Bio-Fleisch und -Wurst aus der kff, der hauseigenen Metzgerei. Unter der Marke kff-Bio gibt es Fleisch von Schwein, Rind,  Lamm und Geflügel sowie exquisite Bio-Wurst aus eigener handwerklicher Erzeugung, unter der Marke Rhöngut preisgekrönte luftgetrocknete Bio-Rohwurst und -Schinken. Das Thema Convenience beherrschen die Metzger aus der Rhön ebenfalls: Moderne  Fertiggerichte in attraktiver Aufmachung für die schnelle Bio-Küche stehen im Kühlregal. Neu hinzugekommen ist inzwischen auch Bio-Fisch in SB.

Tegut will seinen Kunden den Einkauf so angenehm wie möglich gestalten. So sind die Lebensmittel nach der Reihenfolge des Tagesablaufes übersichtlich angeordnet: Am Anfang steht dasFrühstück, gefolgt von den Lebensmitteln für Mittag und Abend. Den Abschluss bildet der Bereich der „Belohnungen“ von Süßigkeiten bis Getränke, wobei allein auf über zwölf Metern gekühlte Getränke zur Auswahl stehen. Insbesondere das Bio-Wein-Sortiment wurde in der Fachzeitschrift Wein + Markt 10/2002 bezüglich seines Preis-Leistungs-Verhältnisses lobend erwähnt.

Darüber hinaus erleichtert ein  farbiges Leitsystem, das bei dem Filialisten seit Jahren im Einsatz ist,  den Einkauf: So bietet der City im Terminal rund 450 Artikel zum Discount-Preis, die mit einem blauen Rechteck gekennzeichnet sind. Und die 1.300 Bio-Produkte sind durch die mit grünem Punkt markierten Bio-Etiketten schnell zu erkennen. Der Kunde braucht Orientierung in einem Vollsortiment, damit er nicht zum Discounter geht, der für ihn die Wahl schon getroffen und das Billigste herausgesucht hat.

Naturkosmetik bereichert das Sortiment

Mit der großen Auswahl an Bio-Lebensmitteln plus Naturkosmetik von Lavera, Weleda und Sante ist der neue tegut-City eine Bereicherung für den Flughafen Frankfurt am Main und seine Umgebung. 40.000 Mitarbeiter hat der Flughafen-Betreiber Fraport. 70.000 Menschen arbeiten insgesamt dort. Hier steckt das Einkaufs-Potenzial einer Großstadt.

Für den reibungslosen Ablauf sorgt Marktleiter Jenisch und sein freundliches und kundiges Team von 30 Mitarbeitern, das komplett vom vorherigen Betreiber der Firma Heinemann übernommen wurde. Der neue Tegut-City im Flughafen ist rund herum eine attraktive Einkaufsadresse für qualitäts- und preisbewusste Kunden. Er hat täglich von 6 Uhr bis 22 Uhr geöffnet. Das ist Service nicht nur in der Werbe-Aussage, sondern tatsächlich Dienst am Kunden.

Mit Aktionen im City-Markt betreibt Tegut Imagepflege. Das Handelsunternehmen führte den ersten fair gehandelten Bio-Orangensaft ein.

Ex-Minister Norbert Blüm warb in einer Verkostung für den fairen Saft: „Der Kunde hat es in der Hand. Jeder kann durch marktwirtschaftliches Handeln etwas für soziale Gerechtigkeit tun“.  Der Deutsche trinkt fast zehn Liter pro Jahr. Aus fairem Handel gekauft, erspart es das Spenden aus schlechtem Gewissen und die Ungewissheit, ob das Geld tatsächlich ankommt.

Erster fairerBio-O-Saft

Unter der Marke Vita-Verde (Grünes Leben) gibt es zwei Produkte: einen Orangen und einen Orangen-Mangosaft mit Bio- und Fairtrade-Label. Die Säfte werden von der Kelterei Elm in Flieden in der Rhön, seit Jahren Tegut-Lieferant, abgefüllt. Tegut ist der erste Handels­partner für die fairen Bio-Getränke. Natürlich sollen weiter dazu kommen, wünscht sich Dieter Overath, Geschäftsführer der Fairtrade Label Organisation in Köln. „Ausschlaggebend war, dass der Hersteller aus der Region kommt, und für seine gute Qualität bekannt ist“, erklärte Vorstand Gutberlet.

Der O-Saft kommt aus dem Bundesstaat Sao Paulo in Brasilien, dem weltweit größten Anbaugebiet für Saft-Orangen. 80 Prozent stammen aus dem südame­rikanischen Land. 2.000 Kilo muss ein Pflücker täglich ernten, um drei Euro zu verdienen. Bereits Kinder müssen für den Hungerlohn schuften.

Die fairen Früchte werden im Erzeugerland zu Konzentrat verarbeitet und gefroren. Bei Elm wir das Produkt in den 0,75-Liter-Elopack gefüllt. Geschäftsführer Philip Friedberg hat sich zur Aufgabe gemacht, durch faire und hochwertige Produkte der Geiz-ist-Geil-Mentalität entgegen zu wirken. Fair heißt, dass hier die Orangen ausgepresst werden und nicht die Menschen.

Anton Großkinsky


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