Resilienz
Cyberangriff rückt Ernährungssicherheit in den Fokus
Grüne fordern bessere Krisenvorsorge und den Erhalt dezentraler Lebensmittelstrukturen
Ein groß angelegter Cyberangriff hat in Frankreich vernetzte Kühlsysteme zahlreicher Supermärkte manipuliert. Kühlanlagen wurden aus der Ferne zum Abtauen gebracht, Lebensmittel verdarben, in einzelnen Märkten kam es zu Bränden. Die Grünen-Bundestagsfraktion fordert angesichts des Vorfalls eine krisenfeste Lebensmittelversorgung mit dezentraleren Strukturen. Entsprechende Anträge wurden erst vergangene Woche im Bundestag abgelehnt.
„Der digitale Angriff auf Supermärkte mit fatalen analogen Folgen macht deutlich: Ernährungssicherheit muss als Teil unserer zivilen Verteidigung gedacht werden“, betont Niklas Wagener, Grünen-Abgeordneter und Mitglied im Verteidigungsausschuss. Die Bundesregierung müsse Deutschland und die Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft auf Cyberangriffe, Stromausfälle und Sabotage vorbereiten. Es brauche klare Zuständigkeiten, ein gemeinsames Lagebild und regelmäßige Übungen mit Lebensmittelunternehmen von Handel über Logistik bis zu Verarbeitern.
Auf den Wert dezentraler Strukturen machte Ophelia Nick, Grünen-Sprecherin für Landwirtschaftspolitik, angesichts des Angriffs aufmerksam. Je stärker sich die Lebensmittelkette auf wenige große Strukturen konzentriere, desto weniger Ausweichmöglichkeiten gebe es, wenn irgendwo etwas ausfällt. In den vergangenen 20 Jahren sei die Zahl der Betriebe im Lebensmittelhandwerk um rund 40 Prozent zurückgegangen. Diesen Trend gelte es zu stoppen. Kleine und mittlere Betriebe zu erhalten, sei nicht nur wirtschaftspolitisch relevant, sondern auch Teil der Krisenvorsorge.
Erst in der vergangenen Woche hat der Bundestag drei Anträge der Grünen-Fraktion für eine krisenfestere Lebensmittelversorgung, eine stärkere Ernährungsvorsorge und den Erhalt dezentraler Strukturen abgelehnt.







