Übernahme
Bundeskartellamt gibt Rewe-Übernahme von 38 tegut-Märkten frei
Zwei Standorte in Hessen bleiben vorerst ausgeschlossen
Das Bundeskartellamt hat die Übernahme von 38 tegut-Lebensmittelmärkten durch Rewe unter Nebenbestimmungen freigegeben. Demnach muss der Handelskonzern für vier Jahre auf zwei Standorte in Marburg-Ketzerbach und Schlüchtern verzichten. Damit sollen Wettbewerbsnachteile für Verbraucher in den betroffenen Regionen verhindert werden.
Ursprünglich hatte Rewe den Erwerb von 40 Märkten und zwei Immobilien angemeldet. Die seit April 2026 laufende Prüfung des Bundeskartellamts ergab, dass die Übernahme in drei lokalen Markträumen in Hessen – Schlüchtern, Marburg-Ketzerbach und Marburg-City – den Wettbewerb erheblich hätte beeinträchtigen können. Durch den Verzicht auf die beiden Standorte würden diese Bedenken ausgeräumt oder auf ein kartellrechtlich hinnehmbares Maß reduziert. Auch die Übernahme der beiden Immobilien wurde freigegeben.
Das Bundeskartellamt prüfte zudem die Auswirkungen auf die Beschaffungsmärkte. Rewe gehöre zu den führenden Lebensmittelhändlern und sei insbesondere für viele Markenhersteller ein wichtiger Abnehmer. Der Zuwachs beim bundesweiten Beschaffungsvolumen liege durch die Übernahme jedoch bei weniger als 0,2 Prozentpunkte. Eine erhebliche Behinderung des Wettbewerbs werde deshalb nicht erwartet.
Über den konkreten Zusammenschluss hinaus hätten die Ermittlungen erneut die hohe Konzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel bestätigt: Auf die vier führenden Handelsunternehmen Edeka, Rewe, Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland) sowie Aldi entfallen demnach mehr als 90 Prozent des bundesweiten Umsatzes. Die hohe Konzentration allein reiche kartellrechtlich jedoch nicht aus, um einen Zusammenschluss zu untersagen. Zwischen den großen Handelsunternehmen finde Wettbewerb statt, der durch die Übernahme nicht deutlich beeinträchtigt werde.
Die tegut-Gruppe betrieb zuletzt rund 300 Lebensmittelmärkte sowie weitere automatisierte Kleinflächenmärkte. Im März 2026 hatte die bisherige Eigentümerin, die Schweizer Genossenschaft Migros Zürich, angekündigt, sich aus dem deutschen Markt zurückzuziehen und tegut zu veräußern. Die Übernahme von 36 Standorten durch Tante Enso und von 178 Märkten sowie weiteren Unternehmensteilen durch Edeka hat das Bundeskartellamt seither freigegeben.
Die Entscheidung zur Freigabe der Übernahme durch Rewe ist noch nicht rechtskräftig. Gegen den Beschluss kann Beschwerde eingelegt werden, über die das Oberlandesgericht Düsseldorf entscheiden würde.







