Übernahme
tegut-Übernahme durch Tante Enso: Bundeskartellamt gibt grünes Licht
36 Filialen gehen an Tante Enso über
© Enso eCommerce GmbH
Das Bundeskartellamt hat den Erwerb von 36-tegut-Filialstandorten durch die Bremer Tante Enso-Gruppe freigegeben. Die Filialen befinden sich überwiegend in ländlichen Regionen Hessens, Thüringens und Nordbayerns. Nach Auffassung der Wettbewerbsbehörde bestehen keine kartellrechtlichen Bedenken: Die Übernahme stärke einen vergleichsweise kleinen Anbieter im deutschen Lebensmitteleinzelhandel und könne zur Sicherung der Nahversorgung in den betreffenden Regionen beitragen.
„Tante Enso verfügt bislang über eine vergleichsweise geringe Marktstellung im Lebensmitteleinzelhandel und ist vor allem in ländlichen Regionen tätig. Weder die Größe des Vorhabens noch die Marktstellung der Erwerberin gaben Anlass zu wettbewerblichen Bedenken. Die Übernahme stärkt einen kleineren Wettbewerber in einem Markt, der von wenigen großen Unternehmensgruppen geprägt wird. Zugleich kann sie die Nahversorgung in den betroffenen Regionen sichern“, erklärt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts.
Die Tante Enso-Gruppe mit Sitz in Bremen betreibt derzeit knapp 90 überwiegend kleinflächige Lebensmittelmärkte im ländlichen Raum. Die Standorte werden in einem hybriden Konzept geführt: Während eines Teils der Öffnungszeiten sind Mitarbeiter vor Ort, außerhalb dieser Zeiten können Kunden die Märkte autonom als Smart Stores nutzen. Der Zugang erfolgt dabei über eine Kundenkarte, der Einkauf über Selbstbedienungskassen.
Die Umsatzerlöse der Tante Enso-Gruppe beliefen sich im Jahr 2025 laut Bundeskartellamt auf rund 40 Millionen Euro. Die nun erworbenen 36 tegut-Standorte erzielten im Jahr 2025 Umsätze von insgesamt rund 60 Millionen Euro. Dies entspricht etwa fünf Prozent des Gesamtumsatzes von tegut.
Laut Bundeskartellamt hat die wettbewerbliche Prüfung ergeben, dass das Vorhaben unter den gegebenen Umständen nicht zu einer erheblichen Behinderung wirksamen Wettbewerbs führt. Hierfür seien insbesondere die geringfügigen Überschneidungen zwischen dem bisherigen Filialnetz der Tante Enso-Gruppe und den Zielstandorten maßgeblich.
tegut gehört seit 2013 zur Genossenschaft Migros Zürich (GMZ). Die GMZ hatte im März 2026 angekündigt, sich aus dem deutschen Markt zurückzuziehen und die tegut-Gruppe vollständig zu veräußern.
Weitere Transaktionen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Unternehmensteilen der tegut-Gruppe werden derzeit noch vom Bundeskartellamt geprüft. Dazu zählen die Übernahme „eines wesentlichen Teils der tegut-Gruppe“ durch den Edeka-Verbund sowie der Erwerb von bis zu 40 Standorten durch die Rewe-Gruppe.







