Übernahme
Kartellamt genehmigt Edeka-Übernahme von 178 tegut-Märkten
Edeka muss auf 24 Standorte verzichten
Das Bundeskartellamt hat die Übernahme von 178 tegut-Märkten und weiteren Unternehmensteilen durch Edeka unter Auflagen freigegeben. Um die wettbewerblichen Bedenken der Behörde auszuräumen, verzichtet Edeka für vier Jahre auf den Erwerb von 24 weiteren tegut-Standorten. Die geplante Übernahme von Märkten durch Rewe wird derzeit noch geprüft.
Ursprünglich hatte Edeka die Übernahme von 202 tegut-Lebensmittelmärkten, 41 automatisierten teo-Standorten, der Herzberger Bäckerei sowie eines Logistikzentrums angemeldet. Seit März 2026 prüfte das Bundeskartellamt die Auswirkungen des Vorhabens auf den Wettbewerb. Ohne die nun vereinbarten Auflagen hätte der Zusammenschluss nach Einschätzung der Behörde in 34 regionalen Märkten in Hessen, Thüringen, Nordbayern und Baden-Württemberg zu einer erheblichen Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen geführt. In neun dieser Regionen wäre zudem die Entstehung oder Verstärkung einer marktbeherrschenden Stellung von Edeka zu erwarten gewesen.
Vier Jahre Erwerbsverbot
Edeka hat sich deshalb verpflichtet, 24 tegut-Standorte für mindestens vier Jahre nicht zu übernehmen. Das Erwerbsverbot gilt für die gesamte Edeka-Gruppe einschließlich der Regionalgesellschaften und selbstständigen Einzelhändler. Auch Miet- und Anschlussmietverträge für die betroffenen Standorte sind ausgeschlossen. Damit sollen die Märkte für einen längeren Zeitraum für einen Weiterbetrieb außerhalb der Edeka-Gruppe zur Verfügung stehen. Ob und von wem sie künftig betrieben werden, ist noch offen.
In 24 regionalen Märkten werden die wettbewerblichen Bedenken durch den Erwerbsverzicht unmittelbar ausgeräumt. In zehn weiteren Regionen entschärft der Verzicht auf benachbarte Standorte die Wettbewerbssituation.
Vier Handelsgruppen vereinen über 90 Prozent des Umsatzes
Die Ermittlungen des Bundeskartellamtes zeigen zugleich, dass die Konzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel weiter gestiegen ist. Edeka, Rewe, die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland sowie Aldi vereinten 2025 zusammen mehr als 90 Prozent der bundesweiten Umsätze auf sich. Edeka ist mit rund 30 Prozent größter Anbieter, gefolgt von der Schwarz-Gruppe mit 25 Prozent, Rewe mit 22 Prozent und Aldi mit 15 Prozent. Eine gemeinsame marktbeherrschende Stellung der führenden Handelsgruppen konnte die Behörde allerdings weder auf den Absatz- noch auf den Beschaffungsmärkten feststellen.
Auch die Auswirkungen der Übernahme auf Hersteller und Lieferanten wurden untersucht. Zwar verfügt Edeka nach Einschätzung des Kartellamtes über eine starke Stellung im Einkauf, der zusätzliche Anteil von tegut am bundesweiten Beschaffungsvolumen beträgt jedoch weniger als 0,4 Prozentpunkte. Edeka hat zudem zugesichert, im Zusammenhang mit der Übernahme keine zusätzlichen Konditionen ohne angemessene Gegenleistung von Lieferanten zu fordern.
Bereits im Juni hatte das Bundeskartellamt die Übernahme von 36 überwiegend kleineren tegut-Standorten durch Tante Enso Süd-West genehmigt. Die Entscheidung über die geplante Übernahme von bis zu 40 Märkten durch Rewe steht noch aus. Die Prüffrist läuft derzeit bis zum 29. Oktober 2026.







