Bei der Jahrestagung der Deutschen Agrarforschungsallianz (DAFA) in Berlin hat die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) am Montag die Ergebnisse des Projekts ‚Climate Fair Pork‘ zur klimaresilienten Fleischerzeugung vorgestellt. Laut BESH konnten die CO2-Emissionen, die bei der Produktion des ‚Schwäbisch-Hällischen Qualitätsschweinefleischs g.g.A.‘ anfallen, im Vergleich zu deutschem Standardfleisch mittlerweile um fast 56 Prozent reduziert werden.
Die BESH befasst sich bereits seit zehn Jahren mit der Entwicklung klimaresilienter Fleischerzeugung – in Zusammenarbeit mit der Universität Wien, dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL Schweiz), deutschen Hochschulen und internationalen Forschungseinrichtungen. Diese Pionierarbeit wurde nun von der DAFA bei ihrer Jahrestagung unter dem Motto ‚Landwirtschaft auf dem Weg zum klimaneutralen Deutschland?‘ gewürdigt.
Thomas Wehinger von der Akademie Schloss Kirchberg zeigte im Namen der BESH auf, wie die Klimabilanz mit Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Acker bis zum Teller optimiert wurde und so eine CO2-Reduktion von derzeit fast 56 Prozent im Vergleich zu deutschem Standardfleisch erreichte. Grundlage der Bilanzierung sind internationale Standards wie DIN ISO 14067 (Carbon Footprint), eine externe Zertifizierung erfolgte durch das Prüfinstitut Control Union. Die BESH sieht in der Projektarbeit einen Beitrag zur Entwicklung zukunftsfähiger Standards für eine klimafreundliche Fleischerzeugung und will damit Impulse für Politik, Praxis und Forschung liefern.
Im Sommer 2023 fiel der Startschuss für das EU-finanzierte Forschungsprojekt ‚Climate Fair Pork‘ der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH), mit dem Wege zu mehr Klimafreundlichkeit in der Schweinefleischerzeugung untersucht werden sollen. Nach einer Halbzeit-Konferenz im Sommer 2024 geht das Projekt nun in die Schlussphase: In zwei kostenlosen Workshops am 28. Oktober und 25. November können Interessierte sich über die CO2-Reduzierung in der Produktion und Verarbeitung von Schweinefleisch informieren. Am 12. Dezember werden die Ergebnisse des Forschungsprojekts in einer Abschlusskonferenz zusammengefasst.
Vorstellung der Projektergebnisse am 12. Dezember auf Schloss Kirchberg
Die Akademie Schloss Kirchberg lädt zur Abschlusskonferenz ihres EIP-Forschungsprojekts ‚Klimafreundliche Schweinefleischerzeugung‘. Über 50 Prozent der CO2-Emissionen, die bei industriell erzeugtem Schweinefleisch anfallen, können nach dem Ergebnis des Projekts bei der Erzeugung von Schwäbisch-Hällischem Fleisch durch verschiedene Maßnahmen eingespart werden. Neben den Erkenntnissen wird auch das neue Label ‚Climate Fair‘ von Ecoland vorgestellt.
Unter dem Motto ‚Haltungswechsel‘ hat sich Aldi Süd bereits 2021 zum Ziel gesetzt, bis 2030 Frischfleisch, gekühlte Fleisch- und Wurstwaren sowie Trinkmilch nur noch aus Haltungsform 3 und höher anzubieten. Damit Kunden noch einfacher erkennen können, aus welcher Haltungsform die Produkte stammen, geht der Discounter nun den nächsten Schritt und ordnet die Frischfleischkühlung neu an: nach Haltungsformen statt nach Tierarten.