Susanne Kiehl, Vorständin des Münchner Ernährungsrats und Verena Schlegel, Projektleitung ‚Haus der Kost‘, in der Schulungsküche des Münchner Ernährungshauses
Mit dem Haus der Kost wurde in München im April ein Beratungs- und Coachingzentrum für nachhaltige Ernährung in der Außer-Haus-Verpflegung eröffnet. Nach dem Vorbild des Kopenhagener House of Food und der Berliner Kantine Zukunft sollen hier bald Schulungen für Küchenteams, Workshops und Netzwerktreffen stattfinden. Jetzt ist das Vergabeverfahren für die Umsetzung durch das städtische Referat für Klima- und Umweltschutz abgeschlossen. Den Zuschlag für verschiedene Arbeitsaufträge erhielten der Münchner Ernährungsrat, zusammen mit Naturland, Bioland und der Landesvereinigung ökologischer Landbau (LVÖ), sowie Ecozept.
Das Haus der Kost soll Drehscheibe für die Ernährungswende in München werden. Ziel ist, den Anteil an regionalen, saisonalen und frischen Bio-Lebensmitteln in der Außer-Haus-Verpflegung zu steigern und die Nachhaltigkeit in den Küchen insgesamt zu erhöhen – zugunsten von Gesundheit, Klima, Umwelt und regionaler Wertschöpfungsketten.
Situiert ist das Beratungszentrum im Munich Urban Colab in der Dachauer Straße (Maxvorstadt): In einem 125 Quadratmeter großen Raum im Erdgeschoss wurde eine Schulungsküche mit verschiedenen Kochinseln eingerichtet, im zweiten Obergeschoss befinden sich Büroräume.
Am Programm können künftig alle interessierten Küchenteams der Außer-Haus-Verpflegung teilnehmen: egal ob von Schulen, Kitas, Krankenhäusern oder Betriebsrestaurants, von Wirtshäusern, Imbissbuden, Bierzelten oder Spitzengastronomie. Die Workshop-Themen der praktischen Kurse sollen vom Kochen mit Hülsenfrüchten und Getreide über die saisonale Speiseplangestaltung bis hin zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung reichen.
Den Auftrag für die ‚Großküchenumstellung auf nachhaltige Ernährung‘ (sowohl im inner- als auch außerstädtischen Bereich) hat der Münchner Ernährungsrat erhalten – zusammen mit den Partnern Naturland, Bioland, LVÖ und dem deutsch-französischen Beratungs- und Forschungsunternehmen Ecozept. Dieselben Partner sind unter der Leitung von Ecozept auch für das ‚Bio-Regio-Management‘ – den Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten – zuständig. Der Zuschlag für Marketing & Kommunikation ging an die experience consulting GmbH und die Sinn Media GbR, die wiederum vom Münchner Ernährungsrat unterstützt werden.
Die ersten Großküchen-Coachings sollen nach den Sommerferien im Herbst beginnen.
Die fünf westlichen Stadtbezirke Münchens und der Landkreis Fürstenfeldbruck haben sich zur Öko-Modellregion ‚Landkreis Fürstenfeldbruck – München West‘ zusammengeschlossen. Ziel der Kooperation ist es, den steigenden Bedarf an Bio-Lebensmitteln in München verstärkt aus regionaler Produktion zu decken und gleichzeitig landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis durch stabile Absatzbeziehungen zu stärken.
Mehr Bio-Lebensmittel in Schulen und Kitas gelingen nur, wenn Kommunen, Küchen und regionale Erzeuger enger zusammenarbeiten, niedrigschwellige Informationen erhalten und frühzeitig planen. Das war das zentrale Fazit eines Vernetzungsworkshops der Initiative BioBitte am 23. Juni in Friedrichshafen. 39 Teilnehmer aus Verwaltung, Kommunalpolitik, Gemeinschaftsverpflegung und regionaler Bio-Wirtschaft kamen dafür zusammen. Im Fokus standen praxistaugliche Vergabeverfahren, regionale Lieferbeziehungen und Beispiele aus der Praxis.
Am 29. Juni kamen in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin mehr als 70 Fachakteure aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Verwaltung, Politik und Gemeinschaftsgastronomie zum BioBitte-Dialogforum zusammen. Ziel der Veranstaltung war es, Wege aufzuzeigen, wie der Anteil bio-regionaler Lebensmittel in der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) in der Hauptstadtregion weiter gesteigert werden kann.