Start / Ausgaben / bioPress 87 - April 2016 / Karl Otto und Else Werz: mit Herzblut und Konsequenz

Naturkornmühle Werz

Karl Otto und Else Werz: mit Herzblut und Konsequenz

Im März feierte Karl-Otto Werz seinen 78. Geburtstag und trotzdem ist er noch immer täglich „zu Bäckerszeiten“ im Betrieb. Beständigkeit zeichnet auch sein Engagement auf der Biofach aus, wo die Naturkostmühle Werz von Anfang an mit einem eigenen Stand präsent ist.

Im Februar zeigten er und seine ebenso aktive Frau Else wieder eine Auswahl aus dem Sortiment, das mittlerweile 250 vollwertige Bio-Backwaren und Zutaten umfasst. Dazu gehörten Klassiker wie Dinkel-Fladen, Hirse-Zungen und andere glutenfreie Gebäcke. Auch die typisch liebevoll gestalteten Häschen und andere Kekse durften nicht fehlen, sorgen diese doch regelmäßig für goldene DLG-Prämierungen.

Karl-Otto Werz musste bereits mit 19 die elterliche Bäckerei übernehmen. Schon 1967 stiegen er und seine Frau auf täglich frisch gemahlenes Vollkorngetreide aus ökologischem Anbau um. Glutenfreie Bio-Produkte, die heute die Hälfte des Sortiments ausmachen und das Siegel der deutschen Zöliakiegesellschaft tragen dürfen, kamen in den 80ern dazu – ebenfalls konsequent ohne Milch, Ei und Backhilfsmittel.

Wie das übrige Sortiment sollten ihre glutenfreien Backwaren nicht nur verträglich sein, sondern schmecken und gut aussehen, meint Else Werz. „Die Biofach ist dabei eine ideale Gelegenheit, um unseren Kunden neue oder besondere Produkte aus dem Sortiment persönlich vorzustellen“, ergänzt ihr Mann. Die beachtliche Größe der Messe sehen beide als sehr sinnvoll an, nicht zuletzt, damit sich der Aufwand für die internationalen Teilnehmer und Besucher lohne.

Gefragt, wie er die momentane Bio-Entwicklung sehe, überlegt der rüstige Firmengründer nicht lange: „Die Menschen haben eine Zuneigung zu Bio entwickelt und sind bereit, einen nachvollziehbaren Mehrwert auch zu bezahlen. Wenn die Anbaumengen reichen, wird die Entwicklung sicher weiterhin positiv verlaufen.“

Gelten dürfte das genauso für die Firma, die inzwischen zu einer mittelständigen Bäckerei und einem wichtigen Arbeitgeber in der Region gewachsen ist. „Wir wollen uns weiterentwickeln, dabei aber weiter das Bäckerhandwerk hochhalten.“ Karl-Otto Werz blickt optimistisch nach vorn.

Zwei Dinge seien ihm hier wichtig. Zum einen, dass das Unternehmen in Familienhand bleibt. Im letzten Jahr hat nicht nur Sohn Martin die Geschäftsleitung übernommen, sondern mit Dorian Werz unterstützt sogar schon die dritte Generation das Team. Zum anderen wolle die Firma weiterhin für Kreativität und Vielfalt stehen. Eine Vielfalt, „von der möglichst viele Menschen profitieren“.

Bettina Pabel


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