Start / Ausgaben / BioPress 71 - Mai 2012 / Bio-Innung als Interessenvertretung

BioFach

Bio-Innung als Interessenvertretung

Regional-Initiative war erstmals auf der BioFach in Nürnberg vertreten

Die Bio-Innung stellte sich erstmals auf der BioFach mit einem eigenen Stand vor. 28 Betriebe aus  der Metropolregion Nürnberg mit 470 Beschäftigen repräsentieren einen Umsatz von 108 Millionen Euro. Unternehmen aus den Bereichen Handel, Lebensmittelhandwerk, Dienstleistungen und Naturwaren sind Mitglieder. Initiator war Öko-Event-Veranstalter Hubert Rottner. Die Initiative ist bisher einmalig und auf Multiplikation in anderen Regionen Deutschlands angelegt.

Die Bio-Innung verleiht der Ökobranche in Franken ein Gesicht und eine Stimme. Das Ziel  lautet, den Öko-Anteil auf dem Markt zu erhöhen. „Wir haben 2009 in Nürnberg eine Bio-Konferenz veranstaltet. 800 Betriebe waren eingeladen und 120 sind gekommen. Da haben wir festgestellt, dass jeder vor sich hinarbeitet“, erzählt Rottner. 28 haben die Konsequenz daraus gezogen und sich im Dezember 2010 zur Bio-Innung zusammengeschlossen, um die Interessen der Bio-Betriebe zu vertreten.

„Die Bio-Innung ist das Sprachrohr gegenüber Stadt, der IHK und vielen anderen“, erläutert Rottner. Der Ex-BioFach-Betreiber bildet mit Tanja Dworschak vom Bioland-Kräutergut und O+G-Großhändler Roy Zylka den Vorstand.

Rottner, ein intimer Kenner der Bio-Szene, schätzt die Zahl der Öko-Unternehmen in Franken auf mehrere Tausend. Die BioFach, die bei der NürnbergMesse beheimatet ist, hat den Bio-Boden kräftig gedüngt und Öko-Unternehmen in der Region wachsen lassen. Bauern, Händler, Handwerker und Dienstleister zählen sich zur Branche. Die meisten Betriebe der Öko-Branche sind Kleinunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern. Gerade kleine Betriebe sind auf  Zusammenarbeit angewiesen.

Bekannte Unternehmenin der Bio-Innung

Ein Teil der Unternehmen ist auf dem Bio-Markt überregional bekannt wie Neumarkter Lammsbräu, Eisblümerl,  Naturkostgroßhändler Ökoring oder Feinkostgroßhandel Gerald Bartke. Andere wie die Bio-Metzgerei Prosiegel und die Ökokiste Hutzelhof arbeiten naturgemäß lokal. Der Naturholzschreiner Martins Scheune fühlt sich in der Bio-Innung besser aufgehoben als in der Schreiner-Innung. Die ökologische Druckerei Druckwerk steht ebenfalls auf der Mitgliederliste.

Zwölf der 28 Mitglieder der  Bio-Innung waren auf der BioFach vertreten, neun beteiligten sich am Gemeinschaftsstand. Die Bio-Innung testete dabei auch die Idee. „Die Resonanz war gut, es haben viele Unternehmen Interesse gezeigt. Eine Ausweitung auf andere Bundesländer  ist für uns denkbar“, resümiert Rottner. Von Nürnberg ausgehend sollen Bio-Innungen in ganz Deutschland entstehen. Das ist die Vision der Pioniere dieser Pilot-Initiative.

Regelmäßig treffen sich die Mitglieder zum Stammtisch, um Erfahrungen auszutauschen und sich eine Meinung zu bilden. Feinkost-Großhändler Gerald Bartke war im März Gastgeber und führte die Kollegen durch den Betrieb. Im April richtete die Bio-Innung einen Impulstag aus. Die Unternehmensberatung Kugler & Rosenberger, selbst Innungsmitglied, organisierte die Veranstaltung. Seit 15 Jahren sind sie für Öko-Unternehmen tätig.

Im Mai startet die Bio-Innung einen Ausflug zum regionalen Naturkostgroßhändler Ökoring in Mammendorf. Da treffen dann Hersteller und Einzelhändler ihren Großhändler mit Vollsortiment zum Erfahrungsaustausch. Die Neumarkter Nachhaltigkeitskonferenz steht im Juni auf dem Programm. Der Austausch zwischen den Innungsmitgliedern ist recht intensiv, die Öko-Szene um die Frankenmetropole Nürnberg sehr aktiv.

Anton Großkinsky


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