Bio-Kontrolle
Ökomonitoring 2025: Kaum Pestizidrückstände in Bio-Lebensmitteln
Verarbeitete Bio-Erzeugnisse mit so wenigen Rückständen wie nie zuvor
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Das Ökomonitoring Baden-Württemberg bescheinigt Bio-Lebensmitteln für 2025 erneut eine geringe Belastung mit unerwünschten Stoffen. Nur drei Gemüseproben wurden wegen erhöhter Pestizidrückstände beanstandet, beim Obst gab es in diesem Jahr keine Auffälligkeit. Für verarbeitete Bio-Erzeugnisse wird mit einer Beanstandungsquote von 1,1 Prozent ein neues Rekordergebnis gemeldet. Auch mit Blick auf Gentechnikfreiheit und die Echtheit von Bio-Produkten führten die Untersuchungen zu positiven Resultaten.
495 pflanzliche Lebensmittel aus ökologischem Anbau hat das Chemische- und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart auf Rückstände an chemisch-synthetischen Pestiziden und anderen Kontaminanten untersucht. Bei 78 Prozent der Bio-Proben waren keine Pflanzenschutzmittelrückstände nachweisbar. Sofern Rückstände festgestellt wurden, lagen die Gehalte überwiegend im Spurenbereich (unter 0,01 mg/kg).
Bei drei von 186 Proben Bio-Gemüse – Süßkartoffeln aus Portugal sowie Kohlrabi und Kopfsalat aus Deutschland – beurteilte das CVUA Stuttgart die Bezeichnung ‚Bio‘ wegen erhöhter Pestizidrückstände als irreführend. Bei Bio-Obst und -Pilzen waren im vergangenen Jahr keine Auffälligkeiten zu verzeichnen, sodass sich für Bio-Frischware insgesamt eine Beanstandungsquote von einem Prozent ergibt.
Auch die Beanstandungsquote für verarbeitete Bio-Erzeugnisse ist im Jahr 2025 mit 1,1 Prozent laut den Autoren so niedrig wie in keinem anderen Berichtsjahr zuvor. Es zeigten sich nur vereinzelt auffällige Proben im Bereich von Tiefkühl-Kräutern (einmal Petersilie) und veganen Milch-Alternativen (ein Haferdrink).
Gentechnikfreiheit bestätigt, einzelne Keimfunde bei Salaten
Das CVUA Freiburg hat Soja- und Mais-Erzeugnisse sowie Honig auf gentechnisch verändertes Material untersucht. Für Bio-Lebensmittel bleiben gentechnische Veränderungen dabei sehr selten nachweisbar – es wurden noch nie Verunreinigungen über 0,1 Prozent festgestellt. Auch bei konventionell erzeugter Ware seien die Gentechnik-Anteile mittlerweile rückläufig.
Um die Echtheit von Bio-Eiern zu überprüfen, hat das CVUA Freiburg 94 Hühnereier-Proben – sowohl aus ökologischer als auch konventioneller Erzeugung – untersucht, und zwar auf synthetische Carotinoide, die nur bei einer konventionellen Erzeugung eingesetzt werden dürfen. Bei keinem der Bio-Eier wurde ein Rückstand des Zusatzes festgestellt.
Gleichzeitig wurde bei 36 Bio-Proben aus Milch und Milchprodukten analytisch nachgewiesen, dass es sich tatsächlich um Produkte aus ökologischer Erzeugung handelte und die Vorgaben der EU-Öko-Verordnung zur Fütterung des Milchviehs eingehalten wurden.
85 Mischsalate wurden von der CVUA Stuttgart auf pathogene Keime untersucht. Demnach waren knapp 82 Prozent der ökologischen sowie 78 Prozent der konventionellen Proben unauffällig. Einige Salate enthielten allerdings potenziell krankmachende Mikroorganismen wie Listerien oder das Bacillus cereus. Lediglich bei einer Probe wurden E.-coli-Bakterien nachgewiesen, die ein krankmachendes Toxin bilden können. Dieser Salat wurde als gesundheitsschädlich für den Menschen beurteilt.
Das Ökomonitoring-Programm wird seit 24 Jahren vom Land Baden-Württemberg unterstützt. Es erfolgt im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung und ist ein Gemeinschaftsprojekt der vier Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUAs) Baden-Württembergs in Freiburg, Karlsruhe, Sigmaringen und Stuttgart in Zusammenarbeit mit der landesweit zuständigen Ökobehörde am Regierungspräsidium Karlsruhe. Koordiniert wird es durch das CVUA Stuttgart.
Die Ergebnisse für 2025 finden Sie hier.
Parallel wurde erneut ein gemeinsamer Jahresbericht der amtlichen Lebensmittel-, Trinkwasser- und Futtermittelüberwachung sowie des Ökomonitorings veröffentlicht.







