Streuobstwiesen
Neue Dokumentationssoftware für Markenzeichen ‚100 % Streuobst‘
Carolin Sturm ist neue Ansprechpartnerin in der Geschäftsstelle
Das Markenzeichen ‚100 % Streuobst‘, vergeben vom Verein Hochstamm Deutschland, soll in dieser Erntesaison mehr Streuobstbetrieben, Keltereien und Initiativen offenstehen. Eine neue Dokumentationssoftware digitalisiert und vereinfacht den Zertifizierungsprozess.
‚Erhalt durch Nutzung‘ lautet das Leitmotiv des Markenzeichens ‚100 % Streuobst‘. Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Europas, ihre Bewirtschaftung ist für die Betriebe allerdings mit erheblichem Aufwand verbunden. Das Markenzeichen soll auf Streuobstprodukten auf einen Blick erkennen lassen, dass ausschließlich Rohstoffe von Hochstamm-Streuobstwiesen verwendet werden – ohne Konzentrate oder Plantagenware. So schafft es Transparenz für Verbraucher und für Erzeuger eine Argumentationshilfe.
Grundlage des Markenzeichens sind Erzeugungsrichtlinien, die von einem Fachbeirat entwickelt wurden. Auf den zertifizierten Flächen ist der Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutz- und Düngemittel ausgeschlossen; stattdessen gilt die Positivliste der EU-Öko-Verordnung. Vorgaben gibt es auch für die Pflege der Streuobstwiesen: Neben fachgerechter Baumpflege sind maximal drei Mähdurchgänge pro Jahr vorgesehen. Zudem müssen die Zeichennutzer mindestens acht von 16 festgelegten Biodiversitätsmaßnahmen umsetzen, beispielsweise Nisthilfen für Vögel und Insekten.
Für Fruchtsäfte schreiben die Richtlinien 100 Prozent Direktsaft ohne Zuckerzusatz vor. Das Obst muss zudem aus einem regionalen Gebiet von maximal 100 Kilometern rund um den Verarbeitungsbetrieb stammen.
Neu ist nun die einsatzbereite Dokumentationssoftware, die den Zertifizierungsprozess für Erzeugerbetriebe, Initiativen und Keltereien vereinfachen und digitalisieren soll. Die Software wurde in Zusammenarbeit mit Oliver Exner vom Verein ‚Äpfel und Konsorten – Streuobstwiesen und -äcker‘ entwickelt. Bestände, Flächen und Produkte lassen sich damit erfassen und verwalten.
Bei der jüngsten Vorstandssitzung im mittelfränkischen Burgbernheim wurden die weiteren Schritte für das Gemeinschaftsmarketing beraten. Auf Einladung von Vorstandsmitglied und Erstem Bürgermeister Matthias Schwarz traf sich das Gremium im Obstzentrum Bernatura. Neben organisatorischen Fragen stand auch die Begrüßung von Carolin Sturm im Mittelpunkt, die künftig als Ansprechpartnerin für das Markenzeichen in der Geschäftsstelle tätig sein wird.







