Start / Business / Themen / Recht / EmpCo-Richtlinie tritt in Kraft

Verbraucherschutz

EmpCo-Richtlinie tritt in Kraft

BÖLW, Fairtrade und DUH begrüßen strengere Regeln für Nachhaltigkeitskommunikation

EmpCo-Richtlinie tritt in Kraft © Adobe Stock / FS-Stock

Ab diesem Sonntag, 27. September, gelten in Deutschland die Vorgaben der EU-Richtlinie ‚Empowering Consumers for the Green Transition‘ (EmpCo). Sie verschärfen unter anderem die Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen sowie an Nachhaltigkeitssiegel in der Verbraucherkommunikation. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Fairtrade und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sehen die neuen Regeln als wichtigen Schritt für mehr Transparenz und Glaubwürdigkeit auf dem Markt.

Durch die EmpCo müssen Unternehmen die Umweltwerbung für ihre Produkte und Dienstleistungen künftig nachvollziehbar begründen und belegen. Betroffen sind allgemeine Aussagen wie ‚umweltfreundlich‘, ‚ökologisch‘ oder ‚naturfreundlich‘, die Werbung mit Klimaneutralität und Nachhaltigkeitssiegel. In Deutschland wird die Richtlinie über das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) umgesetzt.

„Wer beim Einkauf zu Bio greift, greift zu Produkten mit nachgewiesenen Umweltvorteilen. Darauf können sich Verbraucherinnen und Verbraucher verlassen“, kommentiert Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand des BÖLW. Mit der EmpCo-Richtlinie werde Greenwashing von echter Umweltleistung getrennt, wobei Bio sich nicht neu erfinden müsse: „Die gesetzlichen Bio-Regeln, staatliche Kontrollen und wissenschaftlichen Belege sind längst vorhanden.“

Auch Fairtrade Deutschland begrüßt die neue Richtlinie. „Verbraucher*innen brauchen keine immer größeren Versprechen, sondern verlässliche Orientierung“, sagt Vorständin Claudia Brück. Das Fairtrade-System basiere auf einem Regelwerk, das die EmpCo-Anforderungen erfülle. Durch die unabhängige Zertifizierungsstelle Flocert würden die sozialen, ökologischen und ökonomischen Fairtrade-Standards überprüft. Lizenzpartner werden von Fairtrade außerdem bei der Kommunikation rund um das Siegel unterstützt: mit EmpCo-konformen Verpackungs-Claims und einer Off-Pack-Guideline für die Kommunikation außerhalb der Produktverpackung.

Die DUH sieht in den neuen Vorgaben ebenfalls eine Stärkung des Verbraucherschutzes. Greenwashing mit unbelegten Umweltversprechen werde verboten und informierte Kaufentscheidungen würden ermöglicht. Gleichzeitig profitierten Unternehmen, die tatsächlich anspruchsvoll und belegbar die Umwelt schützen. Die Einhaltung der Regeln will die Organisation weiterhin stichprobenartig überprüfen und bei Verstößen rechtlich vorgehen.

[ Artikel drucken ]

Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

Bio-Branche fordert Rechtssicherheit bei Umweltwerbung

Stellungnahme zur UWG-Novelle eingereicht

Ein breites Bündnis aus 57 Verbänden und Unternehmen der Land- und Lebensmittelwirtschaft hat sich mit einer gemeinsamen Stellungnahme an das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gewandt. Hintergrund ist die Umsetzung einer EU-Richtlinie zur Regulierung umweltbezogener Werbeaussagen in deutsches Recht. Die Bio-Branche fordert dabei klarstellende Regelungen, um auch künftig rechtssicher mit den hohen Umweltstandards der Bio-Lebensmittelproduktion werben zu dürfen.

12.08.2025mehr...
Stichwörter: Fairtrade, Nachhaltigkeit, Recht, EU-Recht, BÖLW, Richtlinie, Verbraucherschutz, Transparenz, Greenwashing, Kommunikation, Werbung, Deutsche Umwelthilfe, Europäische Union, Siegel, EmpCo

EU will irreführende Werbung mit ‚Klimaneutralität‘ verbieten

Meilenstein gegen Greenwashing

Am Dienstag hat der EU-Trilog über die ‚Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel‘ abgestimmt. Das Ergebnis: Irreführende Werbung mit ‚Klimaneutralität‘ soll künftig umfassend verboten werden. Aussagen wie ‚klimaneutral‘, ‚CO2-neutral‘ oder ‚klimapositiv‘ sind demnach nur noch erlaubt, wenn die Angaben nachweisbar zutreffen und außerdem nicht ausschließlich auf Kompensationsprojekten beruhen. Die Deutsche Umwelthilfe feiert den Beschluss als wichtigen Erfolg im Kampf gegen Greenwashing.

21.09.2023mehr...
Stichwörter: Fairtrade, Nachhaltigkeit, Recht, EU-Recht, BÖLW, Richtlinie, Verbraucherschutz, Transparenz, Greenwashing, Kommunikation, Werbung, Deutsche Umwelthilfe, Europäische Union, Siegel, EmpCo

EU öffnet Tore für Neue Gentechnik

Bio-Branche kritisiert Angriff auf Wahlfreiheit, Vorsorgeprinzip und züchterische Unabhängigkeit

EU öffnet Tore für Neue Gentechnik © Bioland

Das EU-Parlament hat heute seine finale Zustimmung zur Deregulierung Neuer Gentechnik (NGT) bei Pflanzen gegeben. Von über 40 Änderungsanträgen für den im Trilog beschlossenen Gesetzesentwurf fand kein einziger eine Mehrheit. Damit wird es bald für den Großteil der mit NGT erzeugten Pflanzen keine Kennzeichnungspflicht und keine verpflichtende Risikoprüfung mehr geben. Bio-Verbände kritisieren den Beschluss als folgenreiche Fehlentscheidung.

17.06.2026mehr...
Stichwörter: Fairtrade, Nachhaltigkeit, Recht, EU-Recht, BÖLW, Richtlinie, Verbraucherschutz, Transparenz, Greenwashing, Kommunikation, Werbung, Deutsche Umwelthilfe, Europäische Union, Siegel, EmpCo



Bayer muss irreführende Klimawerbung unterlassen

Deutsche Umwelthilfe setzt sich vor Gericht durch

30.06.2026mehr...
Stichwörter: Fairtrade, Nachhaltigkeit, Recht, EU-Recht, BÖLW, Richtlinie, Verbraucherschutz, Transparenz, Greenwashing, Kommunikation, Werbung, Deutsche Umwelthilfe, Europäische Union, Siegel, EmpCo