Preisverleihung
Hessischer Bio-Lieferservice gewinnt EU-Bio-Preis
Zotter erhält Auszeichnung für die beste Bio-Gastronomie
Die EU Organic Awards wurden am gestrigen EU-Bio-Tag zum fünften Mal verliehen. Durchsetzen in der Kategorie Bio-Lebensmittelhandel konnte sich der Boßhammersch Hof mit Sitz bei Marburg, der wöchentlich 2.000 Bio-Kisten ausliefert. Für die beste Bio-Gastronomie wurde Zotter aus Österreich geehrt. Insgesamt gingen die Awards an sieben Gewinner.
Mehr als 120 Bewerbungen waren dieses Jahr eingegangen. Die Sieger wurden aus 21 Finalisten aus zwölf EU-Ländern ausgewählt. „Mit den EU-Bio-Preisen werden diejenigen gewürdigt, die die Zukunft der europäischen Landwirtschaft mitgestalten“, sagte Christophe Hansen, EU-Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung. „Ihr Erfolg kann andere in ganz Europa inspirieren und dazu beitragen, das nächste Kapitel des ökologischen Landbaus einzuläuten.“ Die EU werde die Entwicklung des Bio-Sektors weiterhin unterstützen, da er zu vielen gemeinsamen Zielen beitrage: stärkere ländliche Räume, gesündere Ökosysteme, größeres Verbrauchervertrauen und ein nachhaltigeres und widerstandsfähigeres Lebensmittelsystem.
Die Gewinner der EU Organic Awards 2026 sind:
- Beste Bio-Landwirtin: Kay O’Sullivan, Glynn Organic Farm, Irland
- setzt bei ihrem Viehbetrieb mit Rindern und Schafen auf Weidehaltung, engagiert sich in landwirtschaftlichen Diskussionsgruppen und empfängt internationale Besucher, um für nachhaltige Landwirtschaft zu werben
- Bester Bio-Landwirt, Hans Erik Joergensen, Risbjerg Landbrug, Dänemark
- verbindet Praktiken, die der Bodengesundheit dienen, mit einem hohen Maß an Tierschutz (etwa Weidehaltung von Schweinen), unterstützt Menschen mit besonderen Bedürfnissen und war bereits an mehr als 50 Forschungsprojekten beteiligt
- Bestes Bio-KMU in der Lebensmittelverarbeitung: Bio Bulgaria (Harmonica), Bulgarien
- unterstützt lokale Bio-Erzeuger und zeichnet sich durch fairen Handel und eine klare Herkunftsangabe der Produkte aus; wirbt in Schulen für Bio-Lebensmittel
- Beste Bio-Gastronomie: Zotter Schokolade, Österreich
- verarbeitet für sein Restaurant Tiere aus eigener Haltung und gewährt Besuchern Einblicke in die Herkunft der Lebensmittel und den Tierschutz; zum Gelände gehören auch ein Kakao-Kino und ein Schokoladentheater
- Bester Bio-Lebensmittelhandel: Boßhammersch Hof, Deutschland
- liefert wöchentlich über 2.000 plastikfreie Kisten mit Lebensmitteln von 60 Bio-Bauernhöfen und 20 regionalen Partnern, größtenteils aus einem Umkreis von 100 Kilometern; fördert interkulturelle Vielfalt und weibliche Führungskräfte
- Beste Bio-Region: Distretto Sardegna Bio, Italien
- Italiens größter Bio-Distrikt erstreckt sich über 24.000 Quadratkilometer und umfasst 2.600 Bio-Betriebe mit einer Anbaufläche von 184.000 Hektar; er fördert lokale Lieferketten und die partizipative ländliche Entwicklung
- Beste Bio-Stadt: Cussac-Fort-Médoc, Frankreich
- der kleine Ort mit 2.326 Einwohnern serviert in Schulkantinen 50 Prozent Bio-Produkte; das Gemüse stammt zur Hälfte von einer 7.000 Quadratmeter großen Anbaufläche und gelangt ohne Transport und Verpackung in die Küchen
Mit den EU-Bio-Preisen sollen innovative, nachhaltige und inspirierende Projekte gewürdigt werden, die einen erheblichen Mehrwert für die Bio-Erzeugung und den Bio-Konsum schaffen. Organisiert werden sie gemeinsam von der Europäischen Kommission, dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss, dem Europäischen Ausschuss der Regionen, Copa-Cogeca sowie dem Bio-Dachverband IFOAM Organics Europe, mit Unterstützung des Europäischen Parlaments und des Rates.







