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Außer-Haus-Verpflegung

Bio auf Events: BioBitte zeigt Chancen für Städte und Gemeinden

„Wo erreicht man Menschen besser als beim Feiern?“

Bio auf Events: BioBitte zeigt Chancen für Städte und Gemeinden © www.lars-slowak-fotografie.de / BioStadt Bremen

Immer mehr Städte und Gemeinden setzen bei öffentlichen Events auf Bio – und erschließen damit einen neuen Hebel für nachhaltiges Handeln. Das zeigte die Online-Veranstaltung ‚Bio auf Events: Veranstaltungen, Märkte und Feste‘ der Initiative BioBitte am 18. November. Rund 75 Teilnehmer aus ganz Deutschland diskutierten, wie Kommunen mit Bio-Angeboten auf Stadtfesten, Märkten und Großveranstaltungen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen können.

Rainer Roehl vom Beratungsunternehmen a’verdis machte deutlich, dass Feste und Events ein dynamisch wachsendes Segment innerhalb der Außer-Haus-Verpflegung darstellen – und damit einen wichtigen Absatzmarkt für Bio-Lebensmittel. Stadtfeste, Weihnachtsmärkte, Kirchentage oder Stadioncatering böten ideale Gelegenheiten, Nachhaltigkeit alltagsnah erlebbar zu machen. Informationen zu Herkunft und Qualität ließen sich dabei niedrigschwellig vermitteln.

Gleichzeitig trügen Kommunen eine besondere Verantwortung: als Veranstalter, Flächengeber und über ihre öffentliche Beschaffung. Durch klare Vorgaben oder positive Bewertungskriterien könnten sie den Einsatz von Bio gezielt fördern. Ein Infoblatt der Initiative zeigt, wie die Auswahl geeigneter Anbieter oder die Frage, wie die Beschaffung organisiert wird, in der Praxis gelöst werden kann.

Wie Bio sogar auf einem Großereignis wie dem Münchner Oktoberfest verankert werden kann, erläuterte Johanna Zierl vom Projekt ‚Mehr Bio auf der Wiesn‘. Das vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) geförderte Vorhaben stärkt bayerische Bio-Wertschöpfungsketten und bringt mehr regionales Bio ins Angebot der Festzelte. „Wo erreicht man Menschen besser als beim Feiern?“, so Zierl mit Blick auf die Strahlkraft der Wiesn.

München setzt bei der Vergabe der Zelte auf ein Anreizsystem statt fester Quoten. „Dadurch entsteht ein Wettbewerb um gute Konzepte“, erklärte Zierl. Immer mehr Wirte integrierten Bio-Zutaten und das Bayerische Bio-Siegel in ihre Speisekarten. Dabei sei die Verfügbarkeit deutlich besser als oft angenommen: 2025 hätten über 70 Bio-Erzeuger und 13 Großhändler zuverlässig geliefert.

Dass Bio auch auf kleineren Veranstaltungen eine Rolle spielt, berichtete Jan Kohlmüller von der Biostadt Bremen. Dort werden unter anderem BioMarktFeste, Feierabendmärkte und Bio-Stadtteilfeste umgesetzt, teilweise in Quartieren, die bislang als wenig bio-affin gelten. Nicht jede Veranstaltung sei sofort ein Erfolg, betonte Kohlmüller – entscheidend sei die Bereitschaft, Formate weiterzuentwickeln und aus „konstruktivem Scheitern“ zu lernen.

BioBitte ist eine Initiative des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und Teil des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL). Sie unterstützt Politik, Verwaltung, Vergabestellen und Küchenleitungen dabei, den Anteil ökologischer Lebensmittel in öffentlichen Küchen zu steigern.

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