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Gemeinwohlorientierte Landwirtschaft für Vitalität in ländlichen Räumen

Neue BMEL-Studie stellt Initiativen für ‚Boden in Gemeinschaft‘ vor

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat heute den von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg erstellten sozioökonomischen Abschlussbericht ‚Neue Organisationsformen des Landeigentums – Boden in Gemeinschaft‘ veröffentlicht. Die vom BMEL in Auftrag gegebene Studie gibt einen Überblick über vielfältige Konzepte für ein gemeinwohl-orientiertes Management von Äckern und Weiden.

Anlass seien die in den letzten Jahren angestiegenen neuen Organisationsformen des Landeigentums zugunsten lokaler, nachhaltiger Bewirtschaftungsformen, wie zum Beispiel gemeinnützige Träger der Solidarischen Landwirtschaft oder Bodengenossenschaften.

88 sogenannte gemeinschaftliche Bodenorganisationen (GBOs) wurden in der Studie untersucht. Insgesamt bewirtschafteten Genossenschaften etwa 21.000 Hektar und Naturschutzverbände etwa 12.000 Hektar. Aufgrund der gesellschaftlichen Nachfrage an den Organisationen wird das Wachstumspotenzial als hoch eingeschätzt.

Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Ophelia Nick: „Unsere Böden sind zu Spekulationsobjekten geworden, mit entsprechend hohen Preisen, die Landwirte sich häufig nicht mehr leisten können – hier ist es Aufgabe von Politik, gegenzusteuern.“ Das Studienergebnis gebe Hinweise dafür, wie sich in Zukunft verantwortungsvoller mit der knappen Ressource umgehen lässt.

Die Studie zeigt, dass die neuen Organisationsformen einigen Problemen auf dem Bodenmarkt, wie beispielsweise dem schwierigen Zugang zu Land für Existenzgründer oder dem drohenden Verlust von Pachtflächen entgegenwirken. So seien landwirtschaftliche Betriebe, die die Flächen pachten, in hohem Maß zufrieden mit den Pachtkonditionen – im Gegensatz zu Pächtern auf dem allgemeinen Bodenmarkt. Darüber hinaus hätten sie positive Auswirkungen auf die Vitalität in den ländlichen Räumen, schafften sozialen Zusammenhalt und somit langfristige Stabilität. Die Organisationsformen arbeiteten zudem häufig nach ökologischen Kriterien und regionalisierten ihre Produktvermarktung.

Die Ergebnisse zu den juristischen Erkenntnissen sollen zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.


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