Start / Business / Bio-Unternehmen / Hersteller / Rohwarenmangel und Corona-Folgen belasten Gewürzindustrie

Markt

Rohwarenmangel und Corona-Folgen belasten Gewürzindustrie

Entspannung frühestens in einem Jahr erwartet

Die deutlichen Steigerungen der Rohwarenpreise sowie Mehrkosten für Energie, Verpackung und Logistik belasten die Mitglieder der deutschen Gewürzindustrie schwer. Lieferengpässe, eine gestiegene Nachfrage in den Herkunftsländern und zusätzlich problematische Wetterbedingungen in Süd- und Osteuropa erschwerten laut dem Fachverband der Gewürzindustrie die Ernten für 2021 und brächten die Branche in Bedrängnis.

Rohstoffe sind derzeit in vielen Bereichen der produzierenden Wirtschaft Mangelware – davon ist auch die deutsche Gewürzindustrie betroffen. Die Ursachen für diese Entwicklung sind zahlreich und zum Teil unmittelbare Folge der weltweiten Corona-Pandemie: Fehlende Erntehelfer in den Ursprungsländern, eine insgesamt verlangsamte Produktion und Schließungen von Häfen durch Lockdowns weltweit sorgen für Ernteausfälle und Knappheit. Extreme Wetterlagen wie Starkregen in Südeuropa oder enorme Trockenheit und Waldbrände in Osteuropa verstärken diese Ausfälle noch.

Dabei ist die Gewürzindustrie in besonderem Maße importabhängig: Verwerfungen in den Bereichen Fracht und Logistik wirken sich unmittelbar auf den Handel mit Gewürzen aus. Die Folgen, etwa die fehlende Verfügbarkeit von Schiffscontainern, sind allgegenwärtig und führen zu drastischen Kostensteigerungen. Um ein Beispiel zu nennen: Die reinen Frachtkosten für einen Container aus China liegen um rund 900 Prozent über den Frachtkosten, wie sie vor der Pandemie üblich waren. Auf den Import der klassischen Gewürze wie Pfeffer, Paprika, Ingwer, Muskat, Zimt, Zwiebeln, Kreuzkümmel und Kurkuma hat dies unmittelbare Auswirkungen.

„Unsere Mitglieder erwarten eine Entspannung der Situation im Frachtbereich frühestens zur zweiten Jahreshälfte 2022. Bis dahin wird die Lage sowohl bei den klassischen Gewürzen als auch beim Ankauf vieler weiterer Produkte wie Senfsaat oder mediterraner Kräuter extrem angespannt bleiben“, berichtet Markus Weck, Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes der Gewürzindustrie.

In dieser schwierigen Ausgangslage würden die Unternehmen der gewürzverarbeitenden Industrie zusätzlich durch weitere Faktoren belastet. Zu nennen sei etwa die Entwicklung der Energiekosten, insbesondere in Form der CO2-Bepreisung. Seit Januar 2021 beträgt der Preis pro Tonne Kohlendioxid 25 Euro – bis 2025 soll sich dieser sogar noch verdoppeln. Ähnlich sieht es bei den Kosten für Verpackungsmaterialien aus. Vor allem Kunststoffe, Verbunde und Kartonagen kosten im Vergleich zu den Vorjahren deutlich mehr; Aufschläge von 30 bis 40 Prozent sind keine Seltenheit. Für Verpackungsmaterialien wie Stahl und Blech haben sich die Kosten an vielen Stellen sogar fast verdoppelt.

Wolfgang Schulze, Präsident des Fachverbandes, fasst die Situation folgendermaßen zusammen: „Wir freuen uns natürlich über die stetig wachsende Beliebtheit von Gewürzen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Die Gewürzindustrie setzt alles daran, die Nachfrage von Handel und weiterverarbeitender Industrie zu bedienen und dabei eine optimale Qualität zu gewährleisten. Die aktuellen Schwierigkeiten führen uns aber mehr denn je vor Augen, dass diese Qualität auch ihren Preis hat.“


Ticker Anzeigen

Das könnte Sie auch interessieren

Online-Gipfel für nachhaltige Lebensmittel

Bio-Markt, Pflanzenproteine und upcycelte Lebensmittel

Innovationen in der nachhaltigen und pflanzenbasierten Lebensmittelindustrie werden vom 24. bis 27. Januar bei der 12. nordamerikanischen Ausgabe des Sustainable Foods Summit vorgestellt. Veranstalter ist das Forschungs- und Beratungsunternehmen Ecovia Intelligence (früher Organic Monitor).

06.10.2021mehr...
Stichwörter: Gewürze, Verpackung, Verbände, Markt, Lebensmittelindustrie, Logistik, Corona-Pandemie, Rohstoffknappheit, Wetterextreme

Ernährungsindustrie beklagt Exportrückgang

BVE-Konjunkturbericht zeigt sinkende Umsätze zum Jahreswechsel 2020/2021

Die deutsche Ernährungsindustrie hat weiterhin mit den negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Wie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) in ihrem aktuellen Konjunkturbericht offenlegte, gingen die Umsätze im vierten Quartal 2020 und ersten Quartal 2021 weiter zurück. Betroffen ist vor allem das Exportgeschäft.

12.08.2021mehr...
Stichwörter: Gewürze, Verpackung, Verbände, Markt, Lebensmittelindustrie, Logistik, Corona-Pandemie, Rohstoffknappheit, Wetterextreme

Nachhaltige Verpackungen für eGrocery

Mondi bringt neue Verpackungslösungen für den Online-Lebensmittelhandel auf den Markt

Nachhaltige Verpackungen für eGrocery © Mondi Group

Der Verpackungs- und Papierhersteller Mondi führt ein umfangreiches Portfolio an Verpackungslösungen aus Wellpappe für den wachsenden Online-Lebensmittelhandel in Zentraleuropa ein. Sie seien für unterschiedlichste Lieferkanäle konzipiert, vollständig recycelbar und effizient.

03.08.2021mehr...
Stichwörter: Gewürze, Verpackung, Verbände, Markt, Lebensmittelindustrie, Logistik, Corona-Pandemie, Rohstoffknappheit, Wetterextreme

Spekulationsobjekt Bio-Getreide

Nachfrage übersteigt Angebot

12.03.2021mehr...
Stichwörter: Gewürze, Verpackung, Verbände, Markt, Lebensmittelindustrie, Logistik, Corona-Pandemie, Rohstoffknappheit, Wetterextreme

SIAL im Herbst wird verschoben

Neuer Termin: 15. bis 19. Oktober 2022

20.07.2020mehr...
Stichwörter: Gewürze, Verpackung, Verbände, Markt, Lebensmittelindustrie, Logistik, Corona-Pandemie, Rohstoffknappheit, Wetterextreme

Mehr Teilhabe für Biobauern

02.03.2015mehr...
Stichwörter: Gewürze, Verpackung, Verbände, Markt, Lebensmittelindustrie, Logistik, Corona-Pandemie, Rohstoffknappheit, Wetterextreme