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Agrarpolitik

EU-Parlamentarier begrüßen Farm-to-Fork

Der Deutsche Bauernverband bleibt ablehnend

Die Abgeordneten des Agrar- und Umweltausschusses im EU-Parlament haben heute für eine gemeinsame Position zur Farm-to-Fork-Strategie gestimmt. Sie begrüßen darin die Strategie der Kommission und sehen sie als wichtigen Schritt für eine nachhaltige und gesunde Ernährung. Im Vorfeld der Abstimmung kritisierte der Deutsche Bauernverband (DBV) die Strategie als zu wenig pragmatisch.

Der Agrar- und Umweltausschuss der EU wies in einer Pressemeldung auf die Notwendigkeit von klimafreundlicheren Lebensmittelsystemen hin. Verbindliche Ziele für die Reduzierung des Pestizideinsatzes seien erforderlich. Die Kommission solle einen Plan zur Minimierung des Einsatzes synthetischer Stoffe in der Landwirtschaft ausarbeiten und die Mitgliedstaaten sollten die Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen systematisch überwachen. Auch das Ziel, die ökologische Anbaufläche in der EU bis 2030 zu vergrößern, unterstützen die Abgeordneten. Gleichzeitig müsse ein faires Einkommen für Landwirte gewährleistet werden.

Dagegen steht der Deutsche Bauernverband Farm-to-Fork nach wie vor kritisch gegenüber. Die Kommission habe die Strategie „ohne Folgenabschätzung und ohne Beachtung von Zielkonflikten formuliert“, erklärte Bauernpräsident Joachim Rukwied, der eine Verlagerung der Erzeugung in andere Länder befürchtet. Konkret lehnt der DBV die geplanten verbindlichen Rechtsvorschriften für Pestizide und Düngemittel ab.

„Diese Blockadehaltung widerspricht den Forderungen der Zukunftskommission Landwirtschaft, die der Bauernverband noch im vergangenen August mitgetragen hat“, kritisierten die Grünen-Sprecher Harald Ebner und Friedrich Ostendorff den DBV. Dieser erweise seinem Berufsstand mit seiner Verweigerung einen „Bärendienst“. Ohne eine klare Agrarwende würden die Probleme weiter verschleppt und das Ansehen der Landwirtschaft weiter leiden.

„Wer glaubwürdig dem Insektensterben begegnen will, darf nicht die Notwendigkeit einer Pestizidreduktion in Frage stellen. Wer Gewässer schützen will, muss Nährstoffüberschüsse mit wirksamen Maßnahmen reduzieren. Und wer Tierwohl und Gesundheitsschutz ernstnimmt, darf nicht länger den massiven Antibiotikaeinsatz in der industriellen Tierhaltung schönreden“, so die Grünen. Planbarkeit und echte Zukunftsperspektiven erhielten landwirtschaftliche Betriebe nur mit einem gesellschaftlichen Konsens. „Wir Grüne wollen den notwendigen Umbau gemeinsam mit den Landwirt:innen planbar gestalten und sie darin unterstützen.“

Im Oktober sollen in Straßburg alle EU-Abgeordneten im Plenum über die Position des Agrar- und Umweltausschusses zur Farm-to-Fork-Strategie abstimmen.


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