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Munz Swiss Organic – Maestrani’s Weg zur nachhaltigen Schokolade

Schweizer Hersteller forciert Bio und Fairtrade

Munz Swiss Organic – Maestrani’s Weg zur nachhaltigen Schokolade

Für mehr Nachhaltigkeit in der Kakao-Branche von der Produktion bis zur Verpackung schreitet Maestrani kontinuierlich voran. Der Schweizer Pionier in der Herstellung von Bio-Schokolade produziert mittlerweile 42 Prozent der hergestellten Kakaoprodukte in Bio-Qualität. Mit der neuen Tafellinie ‚Munz Swiss Organic‘ will das Familienunternehmen Bio nun noch bekannter machen.

Schon im Jahr 1852 wurde das Schweizer Unternehmen von Aquilino Maestrani in Luzern gegründet, der den Geschäftssitz jedoch bald in das aufstrebende St. Gallen verlegte. Nachdem die ebenfalls traditionsreiche Marke Munz aus Flawil, die seit über 140 Jahren existiert, 1998 von Maestrani übernommen wurde, konnte die gesamte Produktion im Jahr 2003 in Flawil zusammengelegt werden, wo sich heute auch der Firmensitz befindet und rund 160 Mitarbeiter beschäftigt werden.

Die Kakaorohstoffe für die Schokoladen-Herstellung werden als Halbfabrikat eingekauft und die fertigen Produkte unter einer der Marken oder als Private Label vertrieben. Der Firmenumsatz beläuft sich aktuell auf rund 50 Millionen Franken. Verarbeitet wird eine Schokoladenmenge von etwa 3.500 Tonnen. Am wichtigsten sind dabei Riegel, gefolgt von Schokoladentafeln und Confiserie-Artikeln. Rund 35 Prozent gelangen als Export-Produkte in rund 40 Länder weltweit – überwiegend nach Deutschland und in die USA. Neben dem Einzelhandel werden auch die Gastronomie, Tankstellen und Kioske beliefert. Im 2017 eröffneten Besucherzentrum ‚Maestrani’s Chocolarium‘, das Einblicke in die Schokoladenproduktion bietet, können Kunden die Produkte außerdem direkt beim Hersteller erwerben.

1987 begann Maestrani als erstes Schweizer Unternehmen mit der Produktion von Bio- und Fairtrade-Schokolade. Seit 2016 sind alle verwendeten Kakaorohwaren zu 100 Prozent aus fairem Handel und entsprechend zertifiziert. Maestrani ist zudem Mitglied der Schweizer Kakaoplattform – einer Multi-Stakeholder-Initiative, deren Akteure sich zu mehr Nachhaltigkeit in der Kakao-Wertschöpfungskette verpflichten. Der Anteil biologisch zertifizierter Kakaoprodukte konnte im Jahr 2019 auf 42 Prozent gesteigert werden. Rund 40 Prozent des Umsatzes wird aktuell mit Bio-Produkten erwirtschaftet.

Munz Swiss Organic geht an den Markt

Maestrani’s Bio-Schokoladenlinie ist jetzt unter der Marke ‚Munz Swiss Organic‘ erhältlich und löst die bisherige Bio-Linie ‚Maestrani‘ ab. Hintergrund dieses Wechsels sei die höhere Bekanntheit der Marke Munz im Tafelmarkt, von der die neue Linie nun profitieren könne. Hauptzielmärkte sind Deutschland, die Schweiz und Österreich. Seit Mai dieses Jahres werden die Tafelschokoladen in neuem Design bei Alnatura, denn’s, tegut sowie bei weiteren unabhängigen Einzelhändlern im Sortiment geführt und sind vorerst über den Großhändler dennree verfügbar. Die Distribution soll in den nächsten Monaten weiter ausgebaut werden.

Die vier Rezepturen ‚72% Cacao‘, ‚Espresso‘, ‚Caramel & Salz‘ sowie ‚Himbeere‘ bleiben auch unter der Marke Munz bestehen. Hinzu kommen die Sorten ‚85% Peru Cocoa‘ und ‚Coconut‘ (neu mit cremiger Füllung). Erhältlich unter der Marke Munz Swiss Organic sind damit ab sofort:
- 85% Peru Cocoa: intensive Edelbitter-Schokolade für puren Schokoladengenuss
- 72% Cocoa: feine Edelbitter-Schokolade
- Espresso 72% Cocoa: Edelbitter-Schokolade mit Espresso
- Caramel & Salt: Milchschokolade mit karamellisiertem Haselnusskrokant und Alpensalz
- Raspberry: fruchtig-leichte weiße Schokolade mit Himbeeren
- Coconut: milde Edelbitter-Schokolade mit Kokos-Füllung
Statt 80 wiegen die Tafeln jetzt 100 Gramm. Sie werden ohne Palmöl und ohne Soja, aus fair gehandelten Bio-Rohstoffen in der Schweiz hergestellt. Der verwendete Kakao stammt von kleineren lokalen Kooperativen in Peru, der Rohrzucker aus Paraguay. Durch Zusammenarbeit mit der Klimaschutzorganisation ‚myclimate‘ wird 100 Prozent Klimaneutralität gewährleistet. Munz unterstützt hierfür das Klimaschutzprojekt ‚Effiziente Kocher in Peru‘, bei dem traditionelle Kochstellen ohne Abzug durch effizientere Öfen mit Kamin ersetzt werden.

Für die neue Tafellinie wurde eine nachhaltige Verpackung aus ressourcenschonendem Graskarton gewählt: Die Hülle besteht zu 25 Prozent aus getrockneten Grasfasern, welche aus der Umgebung der Papierfabrik stammen, und sei mit einer CO2-Reduktion von bis zu 75 Prozent deutlich ökologischer als gewöhnlicher Karton. Eine Folie, die größtenteils aus recyceltem Aluminium besteht, schützt die Schokolade vor äußeren Einflüssen.

Nachhaltigkeit in Beschaffung und Produktentwicklung

Seit 2013 veröffentlicht Maestrani einen Nachhaltigkeitsbericht nach GRI Standards (Global Reporting Initiative). Mit dem Leiter der Lieferkette als Hauptverantwortlichem ist die Nachhaltigkeitsstrategie auf Ebene der Geschäftsleitung angesiedelt. Impulse von den verschiedenen Stakeholdern, wie Lieferanten, Kunden und NGOs, werden durch regelmäßige Treffen (mindestens jährlich) aufgegriffen.

Um die CO2-Reduktion voranzubringen, hat Maestrani 2019 eine neue Energiezentrale für Druckluft-, Kälte- und Wärmeenergie fertiggestellt. Bis 2023 soll dadurch die Verwendung von Erdgas komplett eingestellt werden. Ein Firmenauto wurde durch ein Elektroauto ersetzt und erste Lieferantengespräche zur Reduktion von Verpackungsmüll fanden statt.

Auch die Produktentwicklung schreitet in Richtung Nachhaltigkeit voran. Von 2017 bis 2019 wurde eine zweistellige Anzahl veganer, also rein pflanzlicher, Neuprodukte lanciert. Dazu kommen viele Schokoladen mit einem hohen Anteil an fettfreier Kakaotrockenmasse. Palmfett und andere Tropenfette werden im Rahmen aktueller Produktentwicklungen teils durch regional verfügbare Fette ersetzt. Im Bio-Segment wird versucht, neue Rezepturen ohne den auch für Bio-Produkte zugelassenen Zusatzstoff Lecithin zu erarbeiten.

Was die Beschaffung angeht, so stammen 39 Prozent der verwendeten Rohwaren aus der Schweiz – überwiegend Milchpulver und Zucker. Der Anteil an A-Lieferanten, die über ein eigenes Nachhaltigkeitsprogramm verfügen, konnte von zehn Prozent 2012 auf 81 Prozent im Jahr 2019 erhöht werden. Für das teilweise noch verwendete Palmöl hat Maestrani sich nach den RSPO-Richtlinien (Roundtable on Sustainable Palm Oil) zertifizieren lassen.

Für mehr Biodiversität soll das Firmenareal naturnaher gestaltet werden, wofür 2022 eine Zertifizierung geplant ist.
In den nächsten Jahren will Maestrani vor allem die Mitarbeiterentwicklung fördern, die Kommunikation verbessern und in die Vermarktung investieren. Dazu soll das Bio-Segment kontinuierlich wachsen. „Die Weiterentwicklung des Bio-Sortiments stellt den Kern der Wachstumsstrategie von Maestrani dar“, heißt es im Nachhaltigkeitsbericht. Bis 2022 soll der Anteil der Bio-Schokoladen auf 48 Prozent erhöht werden.

Lena Renner


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