Start / Ausgaben / bioPress 107 - April 2021 / Wahre Preise bei Penny

Nachhaltigkeit

Wahre Preise bei Penny

Studie der Universität Augsburg zeigt den wahren Preis von Produkten

Der Lebensmitteldiscounter Penny weist in seinem Anfang September 2020 eröffneten ‚Nachhaltigkeitsmarkt‘ in Berlin bei je acht konventionell und ökologisch erzeugten Eigenmarken-Produkten, neben dem Verkaufspreis, auch den ‚wahren Preis‘ aus. Dieser berücksichtigt neben den Herstellungskosten auch einige Umweltfolgekosten, die bei der Lebensmittelproduktion entstehen. Der Bundesverband für Naturkost und Naturwaren e.V. (BNN) begrüßt die Aktion.

Eingerechnet in den wahren Verkaufspreis werden etwa die über die Lieferketten anfallenden Auswirkungen von Stickstoff, Klimagasen und Energieerzeugung. Nicht Teil der Berechnungen sind weitere wichtige Aspekte wie das Tierwohl oder die Folgen multi-resistenter Keime. Diese habe man mangels entsprechender Datengrundlage noch nicht mit einbezogen, erklärte Tobias Gaugler vom Institut für Materials Ressource Management an der Universität Augsburg.

„Das ist es, was in der deutschen Lebensmittelwirtschaft falsch läuft: Bei Essen sollte es nicht um den niedrigsten Preis gehen, sondern um die höchste Nachhaltigkeit“, kommentierte Kathrin Jäckel, BNN-Geschäftsführerin, die Aktion des Lebensmitteldiscounters. Denn solange die Umweltfolgekosten nicht ein obligatorischer Bestandteil der Lebensmittelpreise seien, könnten weder Erzeuger, noch Hersteller, noch Kunden die richtigen Entscheidungen treffen. Es sei höchste Zeit, dass die Preisverzerrung im Lebensmittelhandel ende.

Die der Aktion zugrunde liegende Studie der Universität Augsburg zeigt, dass Bio-Lebensmittel da schon auf einem guten Weg sind. In allen untersuchten Kategorien verursachen biologisch hergestellte Lebensmittel geringere Folgekosten als konventionelle Vergleichsprodukte. Beispielsweise der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und Gentechnik und die Investition in artgerechte Tierhaltung verursachen Kosten, die bei Bio-Lebensmitteln zwangsläufig eingepreist sind. Sie sind also nur vermeintlich teurer, weil sie tatsächlich näher dran sind an den wahren Preisen.

Lena Renner

[ Artikel drucken ]

Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

BMEL und Handel schließen Pakt gegen Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelabfälle sollen bis 2030 halbiert werden

BMEL und Handel schließen Pakt gegen Lebensmittelverschwendung © BMEL/Schwalm

Der Bundesernährungsminister Cem Özdemir hat gestern mit Unternehmen des deutschen Groß- und Einzelhandels einen ‚Pakt gegen Lebensmittelverschwendung‘ vereinbart. Darin verpflichten sich die Händler dazu, ihre vermeidbaren Lebensmittelabfälle bis 2025 um 30 Prozent zu reduzieren und bis 2030 zu halbieren. Insgesamt sind über 40 konkrete Maßnahmen Teil der Vereinbarung. So sollen die Händler beispielsweise verstärkt Lebensmittel weitergeben und dafür dauerhafte Kooperationen mit Tafeln oder anderen sozialen Einrichtungen eingehen.

28.06.2023mehr...
Stichwörter: Nachhaltigkeit, Penny, wahre Preise

Pennys Bio-Helden sind gefragt

Zweistelliger Umsatzsprung bei Obst und Gemüse mit optischen Mängeln

Pennys Bio-Helden sind gefragt © Penny

Seit 2016 verkauft der Discounter Penny unter seiner Bio-Eigenmarke Naturgut Obst und Gemüse mit Formfehlern: die ‚Bio-Helden‘. Bei den Konsumenten kommen die Produkte an, im vergangenen Jahr gab es laut Angaben des Discounters ein Umsatzwachstum von über 27 Prozent. Der Umsatzanteil der Bio-Helden am gesamten Obst- und Gemüse-Umsatz liege damit nun bei zwölf Prozent.

28.01.2022mehr...
Stichwörter: Nachhaltigkeit, Penny, wahre Preise

BESH präsentiert ‚Climate Fair Pork‘ bei Agrarforschungsallianz

Projekt zur klimaresilienten Fleischerzeugung erzielt CO2-Reduktion von fast 56 Prozent

BESH präsentiert ‚Climate Fair Pork‘ bei Agrarforschungsallianz © BESH

Bei der Jahrestagung der Deutschen Agrarforschungsallianz (DAFA) in Berlin hat die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) am Montag die Ergebnisse des Projekts ‚Climate Fair Pork‘ zur klimaresilienten Fleischerzeugung vorgestellt. Laut BESH konnten die CO2-Emissionen, die bei der Produktion des ‚Schwäbisch-Hällischen Qualitätsschweinefleischs g.g.A.‘ anfallen, im Vergleich zu deutschem Standardfleisch mittlerweile um fast 56 Prozent reduziert werden.

23.04.2026mehr...
Stichwörter: Nachhaltigkeit, Penny, wahre Preise


Bio ohne Nutztiere

Gespräch mit Axel Anders, Vorstandsmitglied beim Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau e.V. 

16.04.2026mehr...
Stichwörter: Nachhaltigkeit, Penny, wahre Preise