Start / News / Vergessene Sorten im Hofladen

Biodiversität

Vergessene Sorten im Hofladen

Gemüsevielfalt aus der Genbank vor der Markteinführung

Vergessene Sorten im Hofladen © HNEE
Das Forscherinnenteam v.l.n.r. Alexandra Becker (VERN e.V.), Josephine Lauterbach (HNEE) und Annika Grabau (Humboldt-Universität zu Berlin) im Garten des VERN e.V. in Greiffenberg (Brandenburg).

Ab Juni werden im Hofladen der Domäne Dahlem in Berlin sechs Gemüsesorten erhältlich sein, die bis vor wenigen Jahren noch in Genbänken schlummerten. Die Markteinführung wird durch eine Vor-Ort-Befragung der Kunden ergänzt. Langfristig ist es geplant, diese Sorten in die Filialen der als Projektpartner tätigen Bio Company zu bringen.

Passend zum Welttag der biologischen Vielfalt am 22. Mai 2020 konnten Wissenschaftler der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), der Humbuldt-Universität zu Berlin und des Vereins zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen e. V. die Einführung von sechs alten Gemüsesorten verkünden. Ursprünglich hatten die Forscher der HNEE aus den entsprechenden Genbanken 15 Sorten in die engere Auswahl genommen, sechs von ihnen wurden dann aufgrund ihres züchterischen Potentials, ihres Gefährdungsstatus nach Roter Liste sowie dem Anbau- und Vermarktungspotential ausgewählt.

Die Radieschen Purple Plum und Rundes Gelbes, die Rote Bete Sorten Marner Halanga und Crimson Globe sowie die Buschbohnensorten Berliner Markthallen und Alte weiße Cottbusser werden zunächst im Hofladen der Berliner Domäne Dahlem den Kunden angeboten. Die Ergebnisse der Vor-Ort-Befragungen der Käufer sollen dann dabei helfen, weitere Gemüsesorten auf den Markt zu bringen und zu etablieren.

Im SaatGut-Erhalter-Netzwerk-Ost arbeiten Samenbau- und Gemüsebaubetriebe gemeinsam daran, alte Sorten wieder in die Nutzung zu bringen. Den Samenbaubetrieben komme dabei eine besondere Bedeutung zu: Sie bringen die vergessenen Sorten erhaltungszüchterisch in Form und sorgen dafür, dass es für interessierte Anbauer wieder Saatgut gibt. Das Netzwerk sei offen für weitere Betriebe, die Interesse am Anbau oder an der Saatgutvermehrung von alten Sorten haben. Interessierte können im Rahmen des Projekts an Fortbildungs-Workshops und Feldtagen teilnehmen.

 

Weitere Infos:

HNEE-Projektseite: www.hnee.de/zenPGR

Domäne Dahlem in Berlin: www.domaene-dahlem.de/home/

SaatGut-Erhalter-Netzwerk Ost & VERN e.V.: www.saatgut-netzwerk.net  und www.vern.de


Ticker Anzeigen

Das könnte Sie auch interessieren

Pestizidatlas 2022: Kein Weniger in Sicht

Neue Daten und Fakten zu Giften in der Landwirtschaft

Seit 1990 ist die Menge der weltweit eingesetzten Pestizide um 80 Prozent gestiegen, in Südamerika sogar um fast 150 Prozent. Das zeigt der Pestizidatlas, der heute in Berlin veröffentlicht wurde. Die Heinrich-Böll-Stiftung, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und das Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Germany), gemeinsame Herausgeber mit Le Monde Diplomatique, fordern von der neuen Bundesregierung, den Einsatz von Pestiziden konsequent zu reduzieren und den Export verbotener Pestizide zu unterbinden.

12.01.2022mehr...
Stichwörter: Saatgut, Biodiversität, Pflanzenforschung, Vergessene Sorten, Pflanzenzüchtung

Biologische Vielfalt als Grundlage der Lebensmittelbranche

Fachtagung von BioRegio-Institut und Global Nature Fund

Biologische Vielfalt als Grundlage der Lebensmittelbranche © BioRegio-Institut

Am 7. und 8. Oktober 2021 fand in Fulda die Tagung ‚Biodiversität im Lebensmittelhandel‘ statt, zu der das BioRegio-Institut und der Global Nature Fund (GNF) eingeladen hatten. 60 Teilnehmer und Referenten aus Wissenschaft und Praxis diskutierten, wie die biologische Vielfalt entlang der Wertschöpfungskette von Lebensmitteln gefördert werden kann.

19.10.2021mehr...
Stichwörter: Saatgut, Biodiversität, Pflanzenforschung, Vergessene Sorten, Pflanzenzüchtung

Arla untersucht regenerative Landwirtschaft für Milchbetriebe

Länderübergreifendes Pilotprogramm mit FAI Farms

Arla untersucht regenerative Landwirtschaft für Milchbetriebe © Arla Foods

Die europäische Molkereigenossenschaft Arla Foods mit Sitz in Dänemark will in 24 Pilotbetrieben Praktiken der regenerativen Landwirtschaft für Milchviehbetriebe untersuchen. Ziel ist es, datenbasierte Belege zu den Auswirkungen dieser Praktiken auf Natur und Klima zu erhalten. Zudem werden europaweit mehr als 900 Arla Bio-Landwirte künftig den Kohlenstoffgehalt in ihrem Boden messen und Praktiken auf ihren Betrieben erfassen, die die Biodiversität fördern.

23.09.2021mehr...
Stichwörter: Saatgut, Biodiversität, Pflanzenforschung, Vergessene Sorten, Pflanzenzüchtung

Bio begünstigt artenreiche Darmflora

Eosta fördert Studie über die mikrobielle Vielfalt in Boden, Nahrung und Darm

23.09.2021mehr...
Stichwörter: Saatgut, Biodiversität, Pflanzenforschung, Vergessene Sorten, Pflanzenzüchtung