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Zertifizierung

Gegen Zwangs- und Kinderarbeit in der Fischereiwirtschaft

MSC erweitert Zertifizierungsanforderungen

Berlin, 3. April 2019 | Der MSC (Marine Stewardship Council) erweitert seine Anforderungen an Fischereien und fischverarbeitende Unternehmen. Ziel ist es, soziale Nachhaltigkeitsaspekte stärker zu berücksichtigen und gegen Zwangs- und Kinderarbeit vorzugehen. Ab Ende September diesen Jahres müssen sich alle MSC-zertifizierten Unternehmen einem Audit durch ein unabhängiges, vom MSC anerkanntes Arbeitsrechtprogramm unterziehen.

Der MSC ist eine internationale gemeinnützige Organisation für den langfristigen Erhalt der Fischbestände und Lebensräume der Weltmeere. Zurzeit sind mehr als 300 Fischereien in über 34 Ländern nach dem MSC-Standard zertifiziert. Diese Fischereien sind für etwa 15 Prozent der weltweiten Fangmenge verantwortlich.

Ebenfalls zertifiziert sind mehr als 4.500 fischverarbeitende Firmen und Handelsunternehmen in rund 100 Ländern. Für alle Unternehmen, die nicht in einem ausdrücklich als Niedrigrisikoland für Zwangs- oder Kinderarbeit eingestuften Land tätig sind, ist ab September ein Audit eines vom MSC anerkannten Arbeitsrechtprogrammes vorgeschrieben. Dies sind bisher BCSI (Amfori Business Social Compliance Intitiative), das SEDEX Members Ethical Trade Audit und die SA8000 Zertifizierung von Social Accountability, sowie zukünftig auch Programme, die von der SSCI (Sustainable Chain Initiative) anerkannt wurden.

Stufenweise sollen die erweiterten Zertifizierungsanforderungen auch bei den MSC-zertifizierten Fischereien eingeführt werden. Zunächst muss jede  bis 31. August 2019 schriftlich offenlegen, über welche Regularien und Mechanismen zum Ausschluss von Zwangs- und Kinderarbeit sie verfügt. Sind keine vorhanden, kann sie suspendiert werden oder neue Antragsteller werden gar nicht erst aufgenommen. Arbeitsrechtliche Audits sollen dann in einem nächsten Schritt eingeführt werden.



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