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Kaffeesteuer

Steuerliche Anreize für fairen Kaffeekonsum?

Podiumsdiskussion zur Umsetzung in Berlin

Berlin, 27.06.2018  |   Am 26. Juni veranstalteten TransFair e.V. und das Forum Fairer Handel eine Podiumsdiskussion zu den Chancen und Herausforderungen einer Abschaffung der Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee. Die Idee einer Förderung fairen Kaffeekonsums durch steuerliche Anreize ist nicht neu. Sie hat jedoch durch einen entsprechenden Vorstoß von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller Anfang April 2018 an politischer Aktualität gewonnen. Wie deren Umsetzung erfolgen könnte, diskutierten Prof. Dr. Bachmann (Rat für nachhaltige Entwicklung), Albert Darboven (J.J.Darboven GmbH & Co. KG), Johannes Grün (Brot für die Welt) mit den Veranstaltern in der Botschaft der Republik Kolumbien.

Mit 162 Litern pro Kopf ist der Kaffeekonsum in Deutschland hoch. Doch Kleinbäuer*innen, die den Großteil des weltweiten Kaffees produzieren, profitieren oft nicht davon. Der Faire Handel will die Lebensbedingungen der Menschen am Anfang der Lieferkette verbessern sowie Ausbeutung und Umweltzerstörung verhindern. „Mit der Abschaffung der Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee kann der nachhaltige Konsum in Deutschland effektiv gefördert werden“, erklärte Claudia Brück, Vorstand für Kommunikation und Politik bei TransFair. „Die Aussetzung der Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee bietet eine gute Möglichkeit, jene Unternehmen zu entlasten, die die wahren sozialen und ökologischen Kosten von Kaffee bereits in ihr Produkt einpreisen, anstatt die Allgemeinheit dafür aufkommen zu lassen“, so Manuel Blendin, Geschäftsführer des Forum Fairer Handel.

„Wenn fairer Kaffee von der Steuer befreit würde, könnte der Absatz verdoppelt werden“, ist Albert Darboven, Geschäftsführer des Kaffeerösters J.J.Darboven, überzeugt. Prof. Dr. Bachmann vom Rat für nachhaltige Entwicklung konstatierte: „Die Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee widerspricht dem Anliegen der globalen Nachhaltigkeitsziele und des nachhaltigen Konsums in den Industrieländern“. Johannes Grün von Brot für die Welt gab zu bedenken: „Es gibt keinen gesetzlichen Standard für ‚fair‘. Wenn die zugrunde gelegten Kriterien für eine Zertifizierung nicht hoch sind, wird die entwicklungspolitische Wirkung nicht erzielt“.

Forum Fairer Handel und TransFair begrüßen den Vorstoß von Bundesminister Dr. Gerd Müller, fairen Kaffee von der Kaffeesteuer zu befreien. Bezüglich der Umsetzung einer Steuererleichterung für fair gehandelten Kaffee haben die Veranstalter konkrete Forderungen formuliert. „Es sollten nur Unternehmen entlastet werden, die sich zur Einhaltung hoher sozialer Standards, beispielsweise der Zahlung definierter fairer Preise, Vorfinanzierung und einer externen Überprüfung verpflichten“, fasste Manuel Blendin ein Kernanliegen des Forum Fairer Handel zusammen. „Die Regelung sollte so gestaltet sein, dass vor allem die Kleinbäuer*innen und deren Familien durch höhere Einnahmen davon profitieren“, betonte Claudia Brück im Namen von TransFair. Das Forum Fairer Handel und TransFair sehen in der Abschaffung der Kaffeesteuer auf fairen Kaffee eine Chance, benachteiligte Kleinbäuer*innen zu unterstützen.

 


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