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Frühstück

Der frische Start ins Bio-Frühstück

Obst und Gemüse in fester oder flüssiger Form

Ob in Form von Bio-Fruchtsäften oder -Smoothies, Obst oder Gemüse – etwas Frisches krönt jedes Frühstück. Aus der riesigen Auswahl bieten sich bestimmte Produkte und Sorten zum Tagesstart ganz besonders an.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, täglich fünf Portionen Gemüse und Obst zu verzehren. Zum einen liefern diese wichtige Vitamine und weitere Nährstoffe, zum anderen können sie das Risiko für ernährungsbedingte Krankheiten wie Bluthochdruck oder koronare Herzkrankheiten reduzieren. Für die Verbraucher mindestens genauso wichtig: Der hervorragende und belebende Geschmack. Zahlreiche Menschen genießen daher gleich zum Frühstück etwas Frisches, sei es in fester oder flüssiger Form.

Mit rund 33 Litern pro Person und Jahr erweisen sich die Deutschen als Fruchtsaftfans (2015, Dt. Fruchtsaftverband). Längst gehört ein Glas Saft nicht mehr nur in Hotels zum Standard, sondern ist auch am privaten Frühstückstisch zu einer beliebten und gesunden  Angewohnheit geworden. Statt anonymen aufkonzentrierten Billigsäften darf es gern ein hochwertiger Bio-Saft sein.

Aus der riesigen Auswahl lassen sich als morgendliche Favoriten nennen:

  • Orangensaft,
  • Mehrfrucht- bzw. Multisäfte,
  • Traubensaft,
  • Exotische Mischungen mit Mango oder Ananas.

Je nach persönlicher Vorliebe munden natürlich auch andere Geschmacksrichtungen. Verbraucher, die beispielsweise einen säureärmeren Saft suchen, wählen vielleicht einen Birnen- oder Bananensaft. Andere greifen gezielt zu Granatapfel- oder Aroniasaftvarianten, da diese als reich an Antioxidanien gelten. Gemüsesäfte dürften hier weniger geläufig sein. Vor allem Karotten-Fruchtsaftmischungen und Tomatensaft verdienen aber dennoch weiterhin ihren Platz im Regal.

Die gelb-orangene Linie in Flaschen

Orangensaft ist der Klassiker schlechthin zum Frühstück, am liebsten frisch gepresst. Als Alternative bieten sich Bio-Säfte an, die überwiegend als Direktsäfte in die bevorzugten Glasflaschen kommen. Zu den wichtigen Vorteilen gehört neben der transparenten Herkunft, dass die Früchte samt Schalen unbehandelt sind. Neben reinem O-Saft, führen Bio-Keltereien mit einem Vollsortiment wie Voelkel oder Beutelsbacher dabei noch weitere Zitrussäfte.

Voelkel nennt im Zusammenhang mit dem Frühstücksthema als besonders beliebte Sorten ihren ‚Bio C Orange‘ aus Mexiko mit FairTSA-Zertifizierung und einen Demeter-Orangensaft, wie generell naturtrüb. Auch in den ebenfalls gefragten Mischungen kommen erntefrische Orangen zum Einsatz, etwa im Orangen-Karottensaft und demeter Vital ACE mit Möhren als natürliche Quelle für Provitamin A, Orangen und Acerolakirschen mit Vitamin C und etwas Weizenkeimöl mit Vitamin E.

Für Liebhaber von aromatischen Säften mit einer leichten Säure bietet Voelkel alternativ Sorten wie Ananas oder Blutorange an. Milder sind dann unter anderem die diversen Mischungen mit Apfelsaft, etwa mit Mango, Aprikose und Pfirsich oder Granatapfel bis hin zum reinen natursüßen Birnensaft.

Natürliche Multis

Bio-Safthersteller verzichten bei ihren Multi- beziehungsweise Mehrfruchtsäften auf den Zusatz von Vitaminen aus dem Bio-Reaktor. Stattdessen liefern die eingesetzten, bewusst miteinander kombinierten  Früchte von Natur aus verschiedenste Nähr- und Geschmacksstoffe. In diesem Segment erfreuen sich gelbe oder orangefarbene Säfte und rote Varianten gleichermaßen guter Nachfrage.

Während bei Voelkel Multi Natur und Heimischer Multi (mit heimischen Fruchtsorten) sowie die beiden säurearmen 7-Zwerge-Mehrfuchtsäfte (ohne Zitrusfrüchte) zu den Rennern gehören, lässt sich aus dem breiten Angebot von Beutelsbacher unter anderem ein Multi mit acht Fruchtsorten auf Basis von Birnen-, Orangen- und Apfelsaft nennen.

Letztere gehen daneben auch auf den gewünschten Vital-Aspekt ein (wenngleich der Begriff ‚vital‘ nicht näher definiert ist). Etwa in Form eines Vitaltrunks, in dem der aromatische Fruchtmix mit Gemüsesäften, Gerstenmalz, Honig und Kräutern abgeschmeckt wird. Die gleiche Zielgruppe spricht auch der sogenannte ABC vital in Demeter-Qualität an, diesmal als Frucht-Karottenmehrfruchtsaft mit prebiotischem Inulin aus Topinambur.
Rabenhorst führt ebenfalls neben reinen Fruchtsäften zahlreiche gut laufende  Mehrfruchtsäfte. Je nach Sorte variiert die Zahl der eingesetzten Fruchtsorten von drei bis sieben beim Multifrucht.

Von der Streuobstwiese und alten Sorten bis Exoten

Ein gemeinsames und vom Verbraucher geschätztes Merkmal vieler Bio-Keltereien und Mostereien ist der deutliche Regionalcharakter. Mal tragen die Betriebe zum Erhalt wertvoller Streuobstwiesen bei, mal von samenfesten Obst- und Gemüsesorten. Genauso kann schon der Firmenname einen regionalen Bezug herstellen. Das ist etwa bei Elbtalaue Naturprodukte der Fall. Neben der eigenen Marke Saftwerk in modernen 0,5-Liter-Flaschen produziert die junge Schwesterfirma von Voelkel als Lohnverarbeiter von Säften in Naturland-, Bioland- oder Demeter-Qualität.

Trotzdem greifen Verbraucher gerade beim Frühstück gern mal zu Säften mit Mango und anderen exotischen Fruchtsorten. Bei den meisten handelt es sich um aparte Mischungen. Bei Beutelsbacher etwa, gehören zur Auswahl unter anderem der Klassiker Apfel-Mango, Mango-Maracuja oder Mango-Orange. Teilweise arbeitet das Unternehmen auch mit Blütentees, so dass die sogenannten Fruchtsaftcocktails nicht zu dickflüssig sind.

Die Kleinen sind  groß im Kommen: Smoothies und mehr

Smoothies sollen dagegen gezielt eine sämige und dadurch sättigende Konsistenz haben. Verschiedene ganze Früchte mit all ihren Nährstoffen werden für die seit ein paar Jahren populär gewordenen Säfte fein püriert. Dazu kommt die wachsende Bedeutung von On-the-go-Alternativen in kleinen Flaschen.

Angesichts dessen, dass die traditionelle Frühstückssituation im Kreise der Familie abnimmt und gleichzeitig die Ein-Personen-Haushalte stetig zunehmen, wächst trotz des hohen Preises die Nachfrage. Auch die Bio-Hersteller haben den Trend längt aufgegriffen, seien es große Keltereien wie einmal mehr Voelkel und Rabenhorst, Spezialanbieter wie Proviant oder auch Eigenmarken wie Alnatura.

Spezialprodukte

Zusätzlich zum normalen Frühstückssortiment zählen bestimmte Spezialprodukte. Zum einen betrifft dies Säfte, die wie etwa Aroniasaft primär aus Gesundheitsgründen getrunken werden. Die fast schwarze Superfruit wird ergänzt durch eine Reihe an weiteren  dunklen Fruchtsäften, die jeweils eine bestimmte Eigenschaft symbolisieren sollen. Kornelkirsche beispielsweise Robustheit und die schwarze Maulbeere Wärme.

In der Regel trinkt man hier nur ein kleines Glas nach der Mahlzeit – quasi als Saftkur. Saft-Fastenkuren oder sogenannte Wellnesswochen mit Frucht-Gemüsesaftcocktails selber sind natürlich gleichfalls ein Morgenthema, wenngleich die entsprechend beworbenen Produkte besonders im Frühjahr gefragt und auch für den normalen Genuss geeignet sind. Von den Bio-Anbietern kommen hier Produkte von Voelkel, Biotta und Newecomer GloboVita in Frage.

Einen ganz anderen Spezialeffekt hat eine zweite Schiene: fruchtige Proseccos ohne Alkohol als belebendes i-Tüpfelchen zum Frühstück. So erweitert etwa die Kelterei Heil seit diesem Jahr ihre Saft-Range durch einen roten Apfel-Kirsch-Secco und einen hellen Apfel-Ingwer-Limetten-Secco. Zugegebene Kohlensäure unterstreicht mit ihrem sanften Prickeln den feinen Geschmack der verwendeten hochprozentigen Bio-Fruchtnektare, die in einer eigens entwickelten 0,75 Liter-Reliefflasche mit praktischem Schraubverschluss angeboten werden.

Noch stärker ist die Sekt-Ambition bei dem veganen Traubensecco Rosé vom Weingut ‚Im Zwölberich‘: Die direkt vor Ort bio-dynamisch angebauten Monarch-Trauben weisen eine wenig prägnante Süße auf, wodurch die Kombination von 100 prozentigem Saft mit etwas Kohlensäure ein feines, klares Bukett bildet. Passend dazu ist die Flasche hier klassisch mit einem Korken verschlossen.

Unverarbeitetes Obst und Gemüse – frisch und knackig

Zu einem ausgewogenen, gesunden Frühstück sollte unbedingt auch Frischkost in Form von Obst und Gemüse gehören. Das Sortiment erweist sich dabei als äußerst vielfältig, auch bei Bio-Ware. Verbraucher wissen es hier zu schätzen, dass sie Produkte aus ökologischem Anbau unbesorgt samt Schale genießen können. Was dagegen zunehmend häufiger Kritik hervorruft, ist die zusätzliche Verpackung. Bio und Plastik passt für viele Verbraucher nicht zusammen, weshalb sie sich nicht selten lieber auf Märkten eindecken.

Aus ernährungsphysiologischer Sicht sprechen vor allem die enthaltenen Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe für ei-nen regelmäßigen Verzehr. Dazu kommt der authentische aromatische Geschmack, wo-bei es im Bio-Handel doch deutlich mehr Sortenvielfalt als im konventionellen Bereich gibt.

Zwar essen manche Menschen morgens ausschließlich Obst, doch in der Regel dient Frischkost als kleines Extra. Viele Menschen dekorieren zum Beispiel ihr belegtes Brot oder Brötchen zusätzlich mit ein paar Scheiben Tomaten, Gurken oder Gemüsepaprika, während sich Radieschen hervorragend als Quark- und Frischkäsetopping eignen. Nicht zu vergessen ist der beliebte Tomate-Mozzarella-Teller.

Trauben, Pflaumen, gewürfelte Äpfel und Birnen, Bananen, Orangenspalten, Beeren nach Saison – sie alle werden dann besonders gern zum Müsli oder Joghurt gegeben. Seit ein paar Jahren wandern sie zusammen mit Gemüse auch nicht selten in Haushaltspürierer und werden zu Smoothies verarbeitet. Freunde der indischen Küche wissen zudem in Ghee gedünstetes Obst mit ayurvedischen Gewürzen zu schätzen. Angesichts dieser Beispiele könnte der Händler mit einer ungewöhnlichen Verkostung Aufmerksamkeit wecken.

Von Radieschen aus Permakultur bis zu Verpackungsalternativen

Es ist spannend, wie verschiedene Anbieter die Verbraucherbedürfnisse aufnehmen und ökologische oder ökonomische Probleme angehen. Roy’s Naturkost (Bio-Großhändler aus Nürnberg) und Epos (bio-partner, Großverbraucher) empfehlen beispielsweise, bevorzugt saisonales und regionales Obst und Gemüse zu ordern. Natürlich führen sie auch Sorten, die hierzulande nicht wachsen, wozu sie mit Partnerbetrieben in anderen Ländern fest zusammenarbeiten.

Bei Lehmann Natur, als Frische-Importeur und -Vermarkter aktiv, heißt es zum Thema Bananen: Der Verbraucher fordere Bio-Ware wegen des nachhaltigen, rückstandfreien Produktionsprozesses und der sozialen Rahmenbedingungen. In der eigenen Bananenreiferei im Bio-Service-Zentrum unter kontrollierten Bedingungen gereift, garantiere man die sichere Anlieferung bei Einhaltung einer lückenlosen Kühlkette. Noch außergewöhnlicher ist jedoch Lehmanns Ansatz, Obst und Gemüse nach den Regeln der konsequenten naturorientierten Permakultur anzubauen.

Eosta betreibt ebenfalls Import und Großhandel von Obst und Gemüse aus aller Welt. Das Unternehmen, bekannt auch unter Nature and More,  beschäftigt sich seinerseits schon lange mit der Rückverfolgbarkeit von Bio-Waren. Der Lösungsansatz besteht in einem individualisierten Code auf der Verpackung, über den Verbraucher im Internet alle Informationen zum Erzeuger finden.

Zum anderen ist Eosta stets auf der Suche nach ökologischen Verpackungsformen. Nach dem Motto ‚Wo Bio drin ist, darf kein Kunststoff drumherum sein‘ setzen sie je unter anderem auf kleinflächige Sticker anstelle einer kompletten Umverpackung. Neu sind zudem Verpackungen aus Karton oder Zuckerrohrfasern, einem Abfallprodukt der Zuckerindustrie. Aktuell werden darin verschiedene kleine Gemüsesorten zum Snacken angeboten, zum Beispiel Cocktail-Tomaten und Mini-Gurken plus Weintrauben.

Davon unabhängig spricht sich Eosta für ein Umdenken bezüglich der Normierung von Naturprodukten aus. Es sei mehr Flexibilität notwendig, so dass auch übergroße Avocados, zu gelb geratene Limetten und ähnliches ihren Platz im Markt finden. Es müsse viel weniger im Müll landen, schließlich stecke viel, viel Arbeit im Bio-Anbau.

Bettina Pabel
 


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