Start / News / Kein Weg zurück in die Bio-Nische

EU-Öko-Reform

Kein Weg zurück in die Bio-Nische

Kommissionschef Juncker muss Notbremse beim Bio-Recht ziehen

Brüssel/Berlin, 12.12.2016  |  Heute stand in Brüssel erneut die Überarbeitung des Bio-Rechts auf der letzten Sitzung des Landwirtschaftsrats der EU-Mitgliedsstaaten unter slowakischer Ratspräsidentschaft auf der Agenda. Jan Plagge, Vorstand des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), war in Brüssel und kommentiert.

„Kaum inhaltliche Übereinstimmungen, kein Plan wie es jetzt weiter gehen soll. Das Treffen des EU-Agrarrates offenbarte das Verhandlungschaos, das EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan zu verantworten hat. EU-Kommissionschef Jean-Claude Junker ist jetzt gefordert, das Hick-Hack um ein neues Bio-Recht zu beenden. Hogan wollte den Kommissionvorschlag bereits vor Monaten selbst zurückziehen.

Ein ‚Weiter-So‘ gefährdet die Glaubwürdigkeit der europäischen Institutionen, das Vertrauen der Verbraucher in Bio und es hemmt Wachstum und Beschäftigung im Öko-Bereich. Wir begrüßen es, dass sich Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt zusammen mit anderen Ministern heute für die Weiterentwicklung des aktuellen Bio-Rechts eingesetzt hat. Der tschechische Landwirtschaftsminister Marian Jurecka brachte auf den Punkt, was auch viele seiner Kollegen betonten: Der Vorschlag für ein neues Bio-Recht hilft weder Bauern noch Bürgern. Der Vorschlag sollte daher nicht weiter beraten werden.

Dem Plan der EU-Kommission, Bio zurück in die Nische zu drängen, hatten die Mitgliedsstaaten heute nochmals zurück gewiesen.

Eine Weiterentwicklung des aktuellen Bio-Rechts bietet die Chance, eine anwachsende und funktionierende Alternative in Landwirtschaft und Ernährung zu schaffen. Etliche Mitgliedsstaaten und die Vertreter des EU-Parlaments sprachen sich für diesen Weg aus.“


Ticker Anzeigen

Das könnte Sie auch interessieren

Anwendung der neuen EU-Öko-Verordnung rechtskräftig verschoben

Neue Regelungen treten erst ab 1. Januar 2022 in Kraft

Der EU-Agrarrat hat am 19. Oktober 2020 einen Verordnungsvorschlag angenommen, mit dem die Anwendung der reformierten EU-Öko-Verordnung um ein Jahr verschoben wird. Dies war aufgrund der Probleme durch Covid-19 allgemein gefordert worden. Statt ab dem 1. Januar 2021 gelten die neuen Regelungen somit erst ab dem 1. Januar 2022.

19.10.2020mehr...
Stichwörter: EU-Öko-Reform, EU-Kommission, Jan Plagge, Bio-Recht, Junker, EU-Agrarrat

EU-Agrarrat beschließt Ratsschlussfolgerungen zur Farm-to-Fork-Strategie

Der EU-Agrarrat hat am 19. Oktober einstimmig die Ratsschlussfolgerungen zur Farm-to-Fork-Strategie beschlossen. Er bekenne sich damit zu einer Ernährungs- und Landwirtschaft, die auf die Ziele Innovation und digitale Technik, Wettbewerbsfähigkeit und Ressourcenschutz setze. Die Schlussfolgerungen des Rates dienen der EU-Kommission als Richtschnur für ihre zukünftige Arbeit.

21.10.2020mehr...
Stichwörter: EU-Öko-Reform, EU-Kommission, Jan Plagge, Bio-Recht, Junker, EU-Agrarrat

EU-Parlament billigt Verschiebung des neuen Bio-Rechts auf 2022

Entscheidung der Mitgliedsstaaten steht noch aus

Am 4. September hatte die EU-Kommission die Verschiebung der Anwendung der EU-Öko-Verordnung um ein Jahr auf den 1. Januar 2022 vorgeschlagen. Jetzt ist eine weitere wichtige Hürde auf dem Weg dahin genommen, indem das Europäische Parlament in der Sitzung vom 8. Oktober mit großer Mehrheit für den Verschiebungsvorschlag gestimmt hat. Das noch ausstehende Votum der Mitgliedsstaaten dazu soll noch im Oktober erfolgen.

09.10.2020mehr...
Stichwörter: EU-Öko-Reform, EU-Kommission, Jan Plagge, Bio-Recht, Junker, EU-Agrarrat