Alles Banane - nur billig oder auch fair?
Podiumsdiskussion am Samstag, den 23.9.06 um 15.30 Uhr
Bananen sind nach den Äpfeln das beliebteste Obst der Deutschen - immerhin werden pro Jahr und Haushalt im Schnitt etwa 16,5 kg verzehrt (Äpfel: etwa 22 kg). Aber wie sehen eigentlich die Produktionsbedingungen unserer Bananen aus? Mit welchen ökologischen und sozialen Standards wird gearbeitet? Wie groß ist der Anteil, der z. Zt. in Deutschland mit ökologischen oder fairen Labeln verkauft wird?
Diese und weitere Fragen rund um die Banane diskutieren George Jaksch, Senior Director of Corporate Responsibility and Public Affiars, Chiquita und László Maráz, Forstwirt und Mitbegründer von Pro Regenwald e.V. Moderiert wird die Veranstaltung von Thomas Schönberger vom UmweltHaus am Schüberg.
Die Podiumsdiskussion findet am Samstag, den 23. September 2006 im Rahmen der „Norddeutschen Apfeltage“ um 15.30 Uhr im Hamburger Umweltzentrum, Karlshöhe 50 d, 22175 Hamburg statt. Der Eintritt zu den „Norddeutschen Apfeltagen“ beträgt 1,- Euro.
Bei Rückfragen: Thomas Schönberger, UmweltHaus am Schüberg, Tel. 040 / 605 10 14
Fragen der bioPress-Redaktion hierzu:
Wer diskutiert zur passenden Gelegenheit über die Erntebedingungen hier im Lande? Massenweise aufgestellte Wohncontainer mitten in den Feldern (zu Besichtigen links und rechts der Autobahn bei der Fahrt durch die Pfalz) lassen auf Zustände schließen, die schlicht keiner mehr hinterfragen will oder nicht mehr hinterfragen kann, ohne über die eigene Scham zu stolpern?
Wie viele Biobauern lassen schon lange die Äpfel am Baum hängen, weil die Ernten zu teuer sind? Wie können deutsche Verbraucher regionale Produkte einfordern und weite Transportwege verdammen, wenn hier keiner mehr die Mühen der Ernten auf sich nimmt, weil die Bezahlung nicht zum Leben reicht?
Irgendwann müssen die Verbraucher ihren eigenen Mist vorgehalten bekommen. Ablenkungsmanöver mit Themen weit weg im Ausland werden langsam unglaubwürdig. Auch ökologischer Anbau ist nicht die letzte Antwort. Sind Bioprodukte aus dem Inland doch für die meisten nicht bezahlbar! Wer sie sich leistet, muss tief in Tasche greifen (können) oder mit hoher Intelligenz Schwieriges leisten um bezahlbare Wege zu finden!
Es fehlt an einer Politik, die Probleme anpackt und nicht nur in Ecken verschiebt, wo sie die Opfer (hier die Verbraucher) zum Täter machen. Es geht natürlich auch nicht an, den Verbrauchern vorzuwerfen, dass sie nur billig kaufen wollen. Die Frage ist doch bei vielen, können sie anders?
Warum kann der Bauer bei uns im Lande nur unter schwierigsten Bedingungen und zu Billigstlöhnen seine Ernten einbringen? Sind Verbraucher daran nicht mitbeteiligt? Wenn Franzosen fast die Hälfte ihres Einkommens mehr für Lebensmittel ausgeben und auch die Italiener, dann sollten wir uns mal die Seelenzustände betrachten. Gut ist, dass seit kurzem Genuss, Qualität und Lebensmittelsicherheit wieder ein Thema wird, das den Leuten den Bezug zwischen (gesundem) Leben und (unwürdigem) Sterben vermittelt! Was schmerzt, ist die Aussage von Müttern: Nur Bio kaufen geht nicht, ich habe zwei Kinder! Sie muss abwägen zwischen gesunder, jedoch teuerer Ernährung und dem notwendigen Schulbuch!







