VG blickt auf 20 Jahre zurück
Verbrauchergemeinschaft Dresden betreibt drei Naturkostfachgeschäfte
Die Verbrauchergemeinschaft (VG) Dresden feiert ihr 20jähriges Bestehen mit einer Festwoche. Auftakt ist eine Busfahrt am Sonntag, 18. September, zu den Biohöfen Hof Mahlitzsch, Biogärtnerei Auenhof und Hofgut Pulsitz. In der Woche darauf stehen eine Gesprächsrunde zur Geschichte der VG, ein Film über das Bienensterben, regionale Bio-Bierverkostung und mehrere Modeschauen auf dem Programm. Die Festwoche endet mit einem großen Markttreiben mit Schlemmermeile, verschiedenen Bands, Tanz und einem Buffet bis in die späten Abendstunden.
Zur Verbrauchergemeinschaft gehören neben drei Bioläden in Dresden-Mitte, Dresden-Neustadt und Dresden-Striesen mit einer Fläche zwischen 400 und 800 Quadratmetern ein Naturwarenladen im Zentrum mit Kleidung, Schuhen, Kosmetik oder Farben. In der Genossenschaft sind 5.400 Mitglieder organisiert. Sie verzeichnete im letzten Jahr einen Umsatz von acht Millionen Euro. Damit ist die VG Dresden der größte Bioladen-Verbund in ganz Sachsen.
Die Verbrauchergemeinschaft war vor 20 Jahren als Verein von 20 Dresdnern gegründet worden, denen es wichtig war, sich mit Waren aus ökologischer Landwirtschaft zu ernähren. „Damals musste jeder, der bei uns einkaufen wollte, auch im Laden mithelfen“, erinnert Matthias Schwarzwälder als einer der Gründerväter. Die Anfragen nahmen kontinuierlich zu. Bereits nach drei Jahren mussten die ersten Leute fest angestellt werden. Auch damit konnte der Bedarf nicht gestillt werden.
„Wir hatten Wartelisten für Mitglieder. Manche mussten bis zu einem dreiviertel Jahr warten, bis sie aufgenommen werden konnten“, erinnert sich Schwarzwälder. Bereits fünf Jahre nach Bestehen wurde ein zweiter Laden aufgemacht. Inzwischen arbeiten in den vier Läden 40 Mitarbeiter. Hinzu kommen neun Auszubidende.
Die größte Katastrophe war die Flutwelle vor neun Jahren. Damals war der Laden in der Innenstadt vollständig zerstört worden. Dank der Mitglieder wurde der Bioladen wieder aufgebaut werden. Da wurden Sponsoren organisiert, selbst mit Hand angelegt oder Geld gespendet. „Ohne diese Hilfe hätten wir es damals nicht geschafft“, sagt Schwarzwälder.
Erst 2005 wurde der Verein in eine Genossenschaft umgewandelt. Der Verein hatte sich ideelle Werte auf die Fahnen geschrieben. Das heißt, es wurde gegen Gentechnik protestiert und für eine ökologische regional orientierte Landwirtschaft. Vor sechs Jahren wurde der wirtschaftliche Teil des Vereins mit Gründung der Genossenschaft abgetrennt.
„Wir bleiben im Denken natürlich unseren Idealen treu“, sagt Matthias Schwarzwälder. „So beziehen wir bevorzugt immer Lebensmittel und Produkte aus dem Umkreis von 150 Kilometern. Dafür haben wir uns ein eigenes Logo geschaffen und schützen lassen.“ Um ein Vollsortiment anbieten zu können, füllt die VG die Waren über den Bio-Großhandel auf. "Eine besonders gute Zusammenarbeit haben wir mit dem Biogroßhandel Naturkost Erfurt ", so Schwarzwälder weiter.
Matthias Schwarzwälder hält der VG seit 20 Jahren die Treue: „Es macht einfach Spaß im Laden zu arbeiten. Das ist eine ganz besondere Atmosphäre.“ Nach so vielen Jahren kennt er viele Kundinnen und Kunden persönlich. Auch wenn er bei mehreren tausend Mitgliedern nicht mehr jedem Einzelnen die Hand schütteln kann, so kennt er doch viele vom Sehen. Das ist für ihn das Reizvolle, das er in seinem Alltag nicht mehr missen möchte.







