Start / Ausgaben / BioPress 67 - Mai 2011 / Tiefe Einschnitte im Umgang mit Bio-Linsen in der Türkei

Linsen

Tiefe Einschnitte im Umgang mit Bio-Linsen in der Türkei

Das IMO in Konstanz hat bei türkischen Bio-Linsen tiefgreifende Veränderungen für die künftige Praxis angekündigt. Das Institut spricht in einem Rundschreiben von grober Fahrlässigkeit über einen langen Zeitraum beim Exporteur von Bio-Linsen.

In türkischen Bio-Linsen waren bei Untersuchungen im Februar Rückstände eines Pflanzenschutzmittels gefunden worden. Die BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung) hatte daraufhin die Vermarktungsgenehmigung zurückgezogen.

Das Institut für Marktökologie als zuständige Kontrollstelle überprüft den Fall seitdem in der Türkei und hat Maßnahmen getroffen für mehr Produktsicherheit. Die Anlage, auf der die Bio-Linsen und konventionelle Linsen aufbereitet und gelagert wurden, wird nicht mehr für den Bio-Betrieb zugelassen, wie IMO-Direktorin Elisbeth Rüegg in dem Schreiben mitteilt. Hier ist es nach den Feststellungen des IMO wahrscheinlich zu einer Vermischung von biologischer und konventioneller Ware gekommen.

Das türkische Export-Unternehmen Tiryaki hat neue Hallen eigens für Bio-Produkte angemietet, um die Warenflüsse von Bio und Nicht-Bio streng zu trennen. Die Arbeitsabläufe wurden neu definiert, die Bio-Abteilung von Tiryaki neu organisiert, und das Personal geschult. Externe Berater überwachen das Vorgehen.

In der laufenden Anbausaison nimmt das IMO Proben bei den Bauern und entlang der Lieferkette. Das IMO wertet die eigene Vorgehensweise aus, damit Schritte unternommen werden können, um Änderungen solcher Fälle wie bei Bio-Linsen früher zu entdecken. Vom 16. bis 21. Mai war die BLE aus Bonn vor Ort um sich ein Bild zu machen. Vom Ergebnis hängt es ab, ob wieder eine Vermarktungsgenehmigung erteilt wird.


Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

Der Verunreinigung auf der Spur

IMO prüft Bio-Linsen in der Türkei

Das IMO (Institut für Marktökologie) in Konstanz/Deutschland ist möglichen Ursachen der Verunreinigung türkischer Bio-Linsen mit dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat auf der Spur. Die Kontrollstelle prüft, ob die Verunreinigung durch benachbarte konventionelle Baumwollfelder entstanden ist. Zweitens könnten konventionelle und biologischer Linsen während der Ernte und drittens bei der Lagerung vermischt worden sein.

04.03.2011mehr...
Stichwörter: Linsen

Belastete Bio-Linsen aus Türkei gestoppt

Ursachenforschung läuft auf Hochtouren

Die BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung) in Bonn hat die Vermarktungsgenehmigungen für belastete Bio-Linsen aus der Türkei für die beiden bisher betroffenen Exporteure zurückgenommen. Grund sind Rückstände des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat. Das Herbizid ist in Lieferungen von Bio-Linsen der Ernten 2009 und 2010 aus der Türkei in verschiedenen Mitgliedstaaten der EU gefunden worden.

01.03.2011mehr...
Stichwörter: Linsen

Prüfung von Bio-Linsen läuft

Weitere Ergebnisse über Belastung mit Glyphosat nächste Woche erwartet

In Bio-Linsen aus der Türkei ist das Herbizid Glyphosat gefunden worden, wie bioPress berichtete. Die belasteten Linsen sind bei Tests in Deutschland aufgefallen. Die Kontrollstelle IMO (Institut für Marktökologie) in Konstanz/Baden-Württemberg ist für den türkischen Exporteur zuständig und versucht, den Fall aufzuklären.

28.02.2011mehr...
Stichwörter: Linsen