Außer-Haus-Verpflegung
Frankfurter Parteien debattieren über Kita- und Schulverpflegung
Konsens über Reformbedarf, gemeinsame Strategie noch offen
© Felix Stratmann
Eine Podiumsdiskussion in Frankfurt am Main am vergangenen Dienstag (14. April) zeigte politischen Willen für Verbesserungen in der Kita- und Schulverpflegung. Vertreter aller an den Sondierungsgesprächen beteiligten Parteien signalisierten Unterstützung für eine Ernährungsstrategie, die eine gesunde, regionale und sozial gerechte Verpflegung voranbringen soll. Zur konkreten Umsetzung gibt es allerdings verschiedene Positionen.
Die Podiumsdiskussion wurde vom Bündnis ‚Ernährungswende in Frankfurt‘ veranstaltet. Teil nahmen Robert Lange (CDU), Lena Voigt (SPD), Katharina Knacker (Bündnis 90/Die Grünen), Isabel Schnitzler (FDP), Dominike Pauli (Die Linke) und Tiara-Maria Mengel (Volt).
Im Gespräch standen etwa kostenfreie Mahlzeiten, ein höherer Bio-Anteil und mehr regionale Zutaten. Einigkeit bestand unter den Parteien darin, dass die bestehende Verpflegungssituation verbessert werden muss, Unterschiede zeigten sich jedoch bei den konkreten Umsetzungswegen. So reichten die Vorschläge von Pilotprojekten über einen runden Tisch bis hin zu strukturellen Reformen.
„Kurze Wege stärken die Krisensicherheit unserer Ernährung und müssen künftig eine größere Rolle spielen“, betonte Katharina Knacker (Grüne). Dass gute Ernährung und soziale Gerechtigkeit kein Widerspruch sein dürfen, hob Lena Voigt (SPD) hervor: „Ein gesundes Frühstück sollte für alle Kinder zugänglich sein.“ Dominike Pauli (Linke) verwies auf strukturelle Herausforderungen dabei, die geforderte Qualität bei den Caterern dauerhaft zu verankern.
Auch Landwirtschaft und Praxis brachten sich ins Gespräch ein. Demnach sehen regionale Betriebe großes Potenzial in einer bio-regionalen Schulverpflegung, fordern jedoch langfristige Planungssicherheit. Heiko Höfer, Geschäftsführer eines eigenen Cateringunternehmens, unterstrich zudem die soziale Dimension: „Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme – es ist ein Gemeinschaftserlebnis, das Zeit und gute Rahmenbedingungen braucht.“
Das Bündnis Ernährungswende in Frankfurt bewertet die Veranstaltung als wichtigen Schritt. Sprecherin Susanne von Münchhausen erklärte: „Es ist ein wichtiges Signal, dass Politik und Stadtgesellschaft gemeinsam an einer zukunftsfähigen Verpflegung für Kinder und Jugendliche arbeiten.“
Die Diskussion folgte auf die 3. ‚Fachmesse für regionale und kulinarische Verbindungen‘ im Frankfurter Römer, veranstaltet vom Ernährungsrat Frankfurt, dem House of Food und der Initiative Gastronomie Frankfurt e. V. (IGF). Dort kamen regionale Produzenten, Verarbeiter sowie Akteure aus Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung zusammen.







