Gesellschaft
EU-Bürgerinitiative fordert Recht auf Nahrung
Breites Bündnis will Ernährung als Menschenrecht verankern
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Millionen Menschen in Europa sind von Ernährungsunsicherheit betroffen, während ein Drittel der produzierten Lebensmittel verschwendet wird und Ökosysteme durch intensive Landwirtschaft werden. Gleichzeitig haben viele Landwirte Schwierigkeiten, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, und für eine nachhaltige Bewirtschaftung fehlt es an Ressourcen und politischem Willen. Eine Europäische Bürgerinitiative, die Anfang des Jahres gestartet wurde, will das ändern. Die EU wird damit aufgefordert, Nahrung als grundlegendes Menschenrecht anzuerkennen – und damit allen Menschen in der EU den Zugang zu gesunder und nachhaltiger Nahrung zu garantieren.
Die Initiative wird von einem Bündnis aus mehr als 240 Organisationen aus ganz Europa unterstützt, die aus den Bereichen Soziales, Landwirtschaft, Umwelt und Menschenrechte stammen und sich für gerechtere und nachhaltigere Ernährungssysteme einsetzen, darunter auch der Bio-Dachverband IFOAM Organics Europe.
Zu den Forderungen der Initiative gehören:
- die Anerkennung von Nahrung als grundlegendes Menschenrecht, um den Zugang zu gesunden, nahrhaften und leistbaren Lebensmitteln zu garantieren
- ein faires Einkommen für Landwirte
- die Unterstützung der bäuerlichen Agrarökologie und territorialer Lebensmittelsysteme
- die Verstärkung des Tierschutzes
- die strenge Regulierung von alter wie neuer Gentechnik
- die Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung
- die Förderung des Verzehrs von Obst und Gemüse und Regulierung von extrem verarbeiteten Lebensmitteln
Eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) ist ein Instrument der partizipativen Demokratie, das durch EU-Recht vorgesehen ist und es den Bürgern ermöglicht, die Europäische Kommission offiziell aufzufordern, neue Rechtsvorschriften vorzuschlagen. Um berücksichtigt zu werden, muss eine EBI mindestens eine Million gültige Unterschriften von EU-Bürgern aus einer Mindestanzahl von Mitgliedstaaten sammeln. Die Kommission ist zwar nicht verpflichtet, die vorgeschlagenen Rechtsvorschriften zu verabschieden, muss die Initiative aber prüfen, sich mit ihren Organisatoren treffen und öffentlich auf ihre Forderungen reagieren.
Die Bürgerinitiative zum Recht auf Nahrung läuft noch bis zum 7. Januar 2027.







