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Weltbodentag: Humus im Blick

Verbände fordern weniger Versiegelung und eine faire Bodenpolitik

Weltbodentag: Humus im Blick © stock.adobe.com_photoraidz

Zum heutigen Weltbodentag rücken Bio- und landwirtschaftliche Verbände die zentrale Bedeutung gesunder Böden für Ernährungssicherheit, Klimaresilienz und Artenvielfalt in den Fokus. Während Demeter und die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL) auf den Wert humusreicher Böden aufmerksam machen, betont die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) politischen Handlungsbedarf beim Boden- und Düngerecht.

Demeter verweist auf Erkenntnisse aus Langzeitforschungen wie dem international beachteten DOK-Versuch des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL), der seit 1978 biodynamische, organisch-biologische und konventionelle Anbausysteme vergleicht. Die biodynamischen Parzellen zeigen laut Versuch dauerhaft höhere Humusgehalte, stabilere Bodenstrukturen und eine aktivere Bodenbiologie. Als entscheidend nennt der Verband den geschlossenen Nährstoffkreislauf mit Tierhaltung und hofeigenem Kompost.

Die AöL warnt insbesondere vor den Folgen der zunehmenden Versiegelung von Böden und fordert eine konsequente Optimierung bodenschonender Maßnahmen in der Landwirtschaft. Gut durchwurzelte, dauerhaft bepflanzte Böden könnten selbst Starkregenereignisse aufnehmen und so Erosion mindern sowie die Grundwasserneubildung sichern. Dagegen werde die Versickerung durch Bodenverdichtungen aufgrund von weiter steigenden Achslasten und Pflügen deutlich verringert. Politik, Landwirtschaft und Beratung müssten bodenschonende Bewirtschaftungsmethoden konsequent stärken – auch im Interesse einer stabilen Lebensmittelproduktion und einer sicheren Trinkwasserversorgung.

Strukturelle Fragen rückt die AbL in den Mittelpunkt: Überdüngung und industrielle Bewirtschaftung gefährdeten Böden weltweit, während der Zugang zu Land durch außerlandwirtschaftliche Investoren zunehmend erschwert werde. Der Verband fordert eine klare, wirksame Düngepolitik auf Basis einzelbetrieblicher Stickstoffbilanzen sowie Maßnahmen gegen den Ausverkauf landwirtschaftlicher Flächen. Nur wenn Bäuerinnen und Bauern langfristig Zugang zu Boden haben, könne eine nachhaltige Bewirtschaftung und regionale Ernährungssicherung gelingen.

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