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Gentechnik

139 Verbände fordern strikte Regulierung von Gentechnik

Gemeinsames Positionspapier veröffentlicht

Heute beraten die EU-Agrarminister in Brüssel über die Ratsposition zum Gesetzesentwurf der EU-Kommission, der eine Deregulierung Neuer Gentechnik vorsieht. Parallel dazu haben 139 Verbände ein gemeinsames Positionspapier veröffentlicht, in dem sie Bundesregierung und EU-Parlament dazu auffordern, den Vorschlag abzulehnen. In den Fokus stellen sie das Recht auf gentechnikfreie Erzeugung, die Sicherung von Wahlfreiheit und Vorsorgeprinzip, den Schutz von Umwelt und Biodiversität sowie die Abwehr einer Patentierungswelle großer Saatgutkonzerne.

Unter den Unterzeichnern sind alle wichtigen Verbände der deutschen Bio-Branche, viele Umwelt- und Tierschutzverbände, aber auch etwa der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, das Bündnis Junge Landwirtschaft, christliche Organisationen wie Misereor und die Menschenrechtsorganisation FIAN Deutschland.

„Gentechnik muss reguliert bleiben. Der von der EU-Kommission vorgelegte Vorschlag widerspricht dem europäischen Vorsorgeprinzip und internationalen Vereinbarungen zum Schutz der Biodiversität; Risikoprüfung, Rückverfolgbarkeit und Wahlfreiheit als zentrale Errungenschaften des europäischen Gentechnikrechts würden damit abgeschafft”, kommentiert Olaf Bandt, Vorsitzender des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

„Profitieren von einer Neuregulierung würden die großen Konzerne, die Patente halten und damit ihre Marktmacht ausbauen – diesen Konzerninteressen würde bei Annahme des Vorschlags das Recht der Verbraucher*innen, zu entscheiden, was sie auf ihrem Teller haben wollen, geopfert, und unsere Ernährungssicherheit aufs Spiel gesetzt”, fügt Moritz Tapp als Vertreter der BUNDjugend hinzu.

„Wir Bäuerinnen und Bauern wollen auch weiterhin konventionell und ökologisch gentechnikfrei wirtschaften, das heißt unsere Wirtschaftsweise selbst bestimmen. Dafür muss Minister Özdemir jetzt die Beibehaltung der strikten Gentechnik-Regulierung inklusive wirksamer Koexistenz- und Haftungsregelungen durchsetzen“, meint Elisabeth Waizenegger, Milchbäuerin und Mitglied des Bundesvorstands der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

„Es darf nicht sein, dass die Marktmacht auf einzelne Konzerne aufgeteilt wird“, betont Carla Klusmann von der jungen AbL. „Wir brauchen viele, vielfältige Höfe und standortangepasste Züchtungen. Eine Landwirtschaft, die für uns Jungbäuerinnen eine echte Alternative ist und uns nicht von Beginn an in wirtschaftliche Abhängigkeiten drängt.“

„Die Ökologische Lebensmittelwirtschaft arbeitet ohne Gentechnik, transparent und nachhaltig – wie es dem Wunsch von über 90 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher entspricht. Die Gentechnik-Industrie will uns jetzt ihr Wirtschaftsmodell aufzwingen – das darf eine Bundesregierung mit Ziel 30 Prozent Bio nicht zulassen!“, verdeutlicht Tina Andres, Vorstandsvorsitzende des Bunds ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), den Standpunkt der Bio-Branche.

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