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AGRA-Entwicklungsansatz für gescheitert erklärt

Zivilgesellschaft bewertet Zwischenevaluierung

Der Entwicklungsansatz der Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika (AGRA) fördert Abhängigkeiten und Gefahren für Mensch und Umwelt: Zu diesem Ergebnis kommen die Rosa-Luxemburg-Stiftung, Brot für die Welt, das INKOTA-netzwerk, FIAN Deutschland sowie das Forum Umwelt und Entwicklung. Gemeinsam haben sie die Zwischenevaluierung der von Deutschland finanzierten AGRA-Projekte in Burkina Faso und Ghana bewertet. Nun fordern sie das Entwicklungsministerium auf, die politische und finanzielle Unterstützung von AGRA einzustellen und stattdessen Agrarökologie stärker zu fördern.

In den vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderten AGRA-Projekten in Burkina Faso und Ghana wird laut der Bewertung der Einsatz von teuren industriellen Betriebsmitteln wie synthetischem Dünger, Pestiziden und industriellem Saatgut unterstützt, wodurch die beteiligten Bauern abhängig gemacht würden. Ohne die kontinuierliche externe Weiterfinanzierung könnten sie sich die Substanzen nach Beendigung der Projekte nicht mehr leisten. Dies widerspreche der Behauptung von AGRA, kleinbäuerliche Landwirtschaft könne zu einem erfolgreichen ‚Business‘ gemacht werden, das sich von selbst trägt.

Außerdem sei bei der Evaluierung die wirtschaftliche Ausbeutung von Kindern festgestellt worden. Bauern aus Burkina Faso hätten Umwelt- schäden durch den Einsatz von Pestiziden in AGRA-Projekten beobachtet. In AGRA-Projekten in Ghana kämen in der EU verbotene Pestizide wie die Wirkstoffe Propanil und Permethrin unrechtmäßig zum Einsatz.

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze hatte bereits im Frühjahr 2022 angekündigt, die AGRA-Kooperation der Bundesregierung infrage zu stellen. „Mit den Ergebnissen der eigenen Evaluierung bleibt als einzig logische Konsequenz der direkte Ausstieg aus AGRA“, fordert nun Silke Bollmohr, Landwirtschaftsexpertin beim INKOTA-netzwerk. Statt der Weiterfinanzierung von AGRA solle das BMZ das Recht auf Nahrung und die Agrarökologie zum Kompass deutscher Entwicklungspolitik machen.

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