Start / Business / Themen / Gesellschaft / Mobilitätswende jetzt

Klimaschutz

Mobilitätswende jetzt

Bündnis schreibt offenen Brief an Olaf Scholz

Beim globalen Klimastreik am Freitag gehen weltweit Millionen von Menschen auf die Straße. 2022 war abermals ein extremer Sommer für Deutschland, laut Deutschem Wetterdienst der sonnigste, viertwärmste und sechstrockenste seit Aufzeichnungsbeginn. Dennoch handelt der Verkehrsminister nicht. In einem offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz fordern daher 43 zivilgesellschaftliche Organisationen eine umfassende und konsequente Mobilitätswende.

„Während die Klimakrise gerade so richtig eskaliert und wir uns immer schneller gefährlichen Kipppunkten nähern, verweigert Verkehrsminister Wissing immer noch wirksame Klimamaßnahmen. Das ist unverantwortlich, denn unsere Lebensgrundlagen sind akut bedroht“, sagt Bioland-Präsident Jan Plagge. „Bundeskanzler Scholz muss den Klimaschutz jetzt zur Chefsache machen und die Richtlinienkompetenz im Verkehrsbereich ins Kanzleramt ziehen.“ Es könne nicht sein, dass ein Minister die Vorgaben des Klimaschutzgesetzes für seinen Sektor so eklatant missachte.

Der Expertenrat für Klimafragen hat zuletzt festgestellt, dass das sogenannte Sofortprogramm des Verkehrsministeriums gar keines sei, weil es nicht die Anforderung an ein Sofortprogramm gemäß Bundes-Klimaschutzgesetz erfülle und „schon im Ansatz keinen hinreichenden Anspruch“ habe: „Das Sofortprogramm für den Verkehrssektor spart nach Angaben des Verkehrsministeriums nur 14 Megatonnen an Treibhausgas-Emissionen ein, sodass sich rechnerisch immer noch eine Erfüllungslücke von 261 Megatonnen bis 2030 ergibt“, rechnet Brigitte Knopf, stellvertretende Vorsitzende des Expertenrats, vor.

Vor diesem Hintergrund fordern 43 zivilgesellschaftliche Organisationen, denen auch Bioland angehört, Bundeskanzler Scholz in einem offenen Brief dazu auf, in das neue Klimaschutz-Sofortprogramm zusätzliche Maßnahmen mit erheblicher CO2-Wirkung im Verkehrssektor aufzunehmen.

Durch ein generelles Tempolimit auf Autobahnen könnten die Treibhausgasemissionen um mehrere Millionen Tonnen gesenkt werden. Zusätzlich würden Milliarden Liter an Kraftstoff eingespart, was mehr Unabhängigkeit vom Import fossiler Energie bedeutete. Verkehrsminister Wissing aber entscheide sich hier – wie auch bei der Suche nach einem bezahlbaren Nachfolger für das 9-Euro-Ticket oder beim Thema Verbot für Autos mit Verbrennungsmotor – im Zweifelsfall gegen das Klima.

[ Artikel drucken ]

Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

Sustainable Economy Summit: zwischen Aufbruch und Blockade

Wie Unternehmen die nachhaltige Transformation vorantreiben – und woran es scheitert

Sustainable Economy Summit: zwischen Aufbruch und Blockade

Nachhaltigkeit ist längst ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor – davon sind viele Unternehmen überzeugt. Doch fehlende Planungssicherheit, politische Debatten und regulatorische Unklarheiten bremsen Investitionen. Wie lässt sich Naturkapital bilanziell abbilden? Wie können Klimarisiken minimiert werden? Und welche Rolle kann dabei der Ökolandbau spielen? EntscheiderInnen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft kamen am 21. und 22. April im Axica-Kongress- und Tagungszentrum in Berlin zusammen, um praxisnahe Antworten auf die zentralen Herausforderungen der Zukunft zu diskutieren.

30.04.2026mehr...
Stichwörter: Bioland, Emissionen, Politik, Co2-Reduzierung, Klimaschutz, Jan Plagge, Offener Brief, Zivilgesellschaft, Klimawandel, Bundesverkehrsministerium, Treibhausgas

„Klimahandeln muss Wirtschaftsgut werden“

Rudolf Bühler spricht vor den Vereinten Nationen

„Klimahandeln muss Wirtschaftsgut werden“ © BESH

Vom 8. bis 17. Juli tagte in New York das Hochrangige Politische Forum für Nachhaltige Entwicklung (HLPF) der Vereinten Nationen, das für die Umsetzung der 17 UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) verantwortlich ist. Rudolf Bühler, Gründer der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH), war vor Ort und sprach beim Forum des Wirtschafts- und Sozialrats (ECOSOC) im Auftrag der Weltbauernorganisation (WFO) über den Kampf gegen Armut durch eine angemessene Vergütung von klimafreundlicher Landwirtschaft.

23.07.2024mehr...
Stichwörter: Bioland, Emissionen, Politik, Co2-Reduzierung, Klimaschutz, Jan Plagge, Offener Brief, Zivilgesellschaft, Klimawandel, Bundesverkehrsministerium, Treibhausgas

Französischer Rechnungshof fordert Reduzierung des Rinderbestands

Weniger Rinder für mehr Klimaschutz

Damit Frankreich seine Klimaziele erreicht, fordert der französische Rechnungshof eine Strategie zur Verringerung des Rinderbestands. Die stark subventionierte Rinderhaltung sei für 11,8 Prozent des Treibhausgasausstoßes verantwortlich, was mit den Emissionen der Wohngebäude vergleichbar sei. Um der Verpflichtung zu weniger Methanemissionen nachzukommen, müsse der Viehbestand zwangsläufig deutlich kleiner werden.

02.06.2023mehr...
Stichwörter: Bioland, Emissionen, Politik, Co2-Reduzierung, Klimaschutz, Jan Plagge, Offener Brief, Zivilgesellschaft, Klimawandel, Bundesverkehrsministerium, Treibhausgas

Klimaneutrale Biolandwirtschaft bis 2040?

Neue FiBL-Studie zeigt Wege und Einsparpotenzial

22.04.2022mehr...
Stichwörter: Bioland, Emissionen, Politik, Co2-Reduzierung, Klimaschutz, Jan Plagge, Offener Brief, Zivilgesellschaft, Klimawandel, Bundesverkehrsministerium, Treibhausgas

‚Bio von unten‘ braucht jetzt mutige Politiker

Gespräch mit dem Handel beim Bioland Genuss-Markt

29.09.2021mehr...
Stichwörter: Bioland, Emissionen, Politik, Co2-Reduzierung, Klimaschutz, Jan Plagge, Offener Brief, Zivilgesellschaft, Klimawandel, Bundesverkehrsministerium, Treibhausgas