Verbände
Bio-Verbände fordern mehr Planungssicherheit
Naturland-Delegiertenversammlung sendet gemeinsamen Appell mit Bioland
© Sabine Bielmeier/Naturland
Die Bio-Nachfrage im Handel steigt seit Jahren kontinuierlich an, dennoch stellen kaum Betriebe um. Die Verbände Naturland und Bioland machen dafür die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen verantwortlich, die „von großen Unsicherheiten“ geprägt seien. Für die notwendige Ökologisierung der Landwirtschaft brauche es eine klare strategische Perspektive – insbesondere mit Blick auf die Bio-Tierhaltung sowie die europäische Agrarförderung ab 2028.
Naturland-Präsident Eberhard Räder betonte auf der Delegiertenversammlung, die am Mittwoch und Donnerstag in Fürstenfeldbruck tagte, die Öffnung der EU-Öko-Basisverordnung biete die Chance, bestehende Regeln an neue Entwicklungen anzupassen und so die Zukunft der Bio-Tierhaltung zu sichern. Entscheidend seien dabei Planungssicherheit für Investitionen und praxisnahe Vorgaben für die Betriebe.
Bioland-Präsident Jan Plagge war auf der Naturland-Versammlung zu Gast und hob in seinem Beitrag die Bedeutung der europäischen Agrarförderung (GAP) ab 2028 hervor. Gerade in unsicheren Zeiten brauchten Bio-Betriebe dringend mehr Verlässlichkeit. Dafür müsse die nächste GAP die gesamtgesellschaftlichen Leistungen der Betriebe anerkennen und entlohnen.
Mit seiner Rede erwiderte Plagge einen entsprechenden Besuch Räders bei Bioland Anfang März. Bereits Ende vergangenen Jahres hatten die Vorstände der beiden Verbände in der gemeinsamen Erklärung ‚Schulterschluss für mehr Bio‘ eine engere Abstimmung ihrer Arbeit in unterschiedlichen Bereichen vereinbart. Gemeinsames Ziel ist es unter anderem, den gesellschaftlichen Mehrwert, den Naturland- und Bioland-Betriebe leisten, sichtbar und messbar zu machen und ein Wettbewerbsumfeld zu schaffen, in dem diese Leistungen auch honoriert werden.
Ein weiteres Thema der Delegiertenversammlung war die mögliche Neubewertung der Geschlechtsbestimmung im Ei. Während das Bruderhahn-Konzept insbesondere in Süddeutschland und Österreich erfolgreich etabliert sei, sehe dies im Norden anders aus, erklärte der Naturland-Vize-Präsident Moritz Reimer. Zugleich gebe es bei der Geschlechtsbestimmung im Ei kontinuierlich fortschreitende technische Verbesserungen.
Die Delegierten beauftragten deshalb das Naturland-Präsidium, bis zur nächsten Versammlung im Herbst einen Vorschlag zu erarbeiten, unter welchen Voraussetzungen die Geschlechtsbestimmung im Ei künftig als Alternative zugelassen werden könnte. Bioland und Naturland wollen dabei ihre Positionen eng abstimmen.







