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Öko-Verbände kooperieren mit IG kuhgebundene Kälberaufzucht

Vertrag und gemeinsamer Beirat für die Zertifizierung

Öko-Verbände kooperieren mit IG kuhgebundene Kälberaufzucht © Anja Frey

Die Öko-Verbände Bioland, Biokreis, Demeter, Gäa und Naturland haben einen Kooperationsvertrag mit der am 31.3.2021 gegründeten Interessengemeinschaft kuhgebundenen Kälberaufzucht e.V. abgeschlossen. Damit soll eine fundierte fachliche Begleitung sichergestellt werden. Ein Beirat, in dem Vertreter des Vereins und Öko-Verbände zusammenarbeiten, soll als nächstes Regelungen für die Zertifizierung von Milch- und Fleischprodukten ausarbeiten.

Die Ende März gegründete Initiative hat bereits gemeinsame Kriterien für die kuhgebundene Kälberaufzucht entwickelt und mittlerweile über 100 Mitglieder. Bio-Betriebe der ökologischen Anbauverbände, die die Aufzucht gemäß den Kriterien praktizieren, können stimmberechtigte Voll-Mitglieder werden. Alle anderen Personen, Firmen und Organisationen können den Verein im Rahmen einer Fördermitgliedschaft ideell und finanziell unterstützen. Ziel der Interessensgemeinschaft ist unter anderem die Förderung praxisnaher Forschung zum Thema kuhgebundene Aufzucht, die Aufklärung von Verbrauchern sowie die Weiterentwicklung der Kriterien.

Die Kriterien sehen beispielsweise vor, dass Kälber mindestens 90 Tage von den eigenen Müttern oder Ammenkühen gesäugt werden, und enthalten Regelungen zum schonenden Absetzverfahren. Während der gesamten Säugezeit müssen die Kälber nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus aufgezogen werden, das gilt auch für die männlichen Kälber und für die nicht als künftige Milchkühe benötigten weiblichen Tiere. Die Aufzucht kann auf dem eigenen Betrieb geschehen oder aber auf ökologischen Partnerbetrieben.

Die nächsten Ziele sind Regelungen für die Zertifizierung und Kennzeichnung von Milch- und Fleischprodukten aus kuhgebundener Kälberaufzucht ergänzend zu den bereits vereinbarten Kriterien. „Mit diesen Regelungen soll sowohl für Betriebe als auch für Verbraucher Orientierung und Klarheit geschaffen werden“, betont Saro Ratter, Projektmanager Tierwohl der Schweisfurth Stiftung, der den Entwicklungsprozess der Kriterien moderiert hat: „Die Interessen aller Beteiligten in der Wertschöpfungskette sollen berücksichtigt werden, so dass auch Verarbeitung und Vermarktung der Produkte gut gelingen kann. Das ermöglicht dann, dass Bio-Kälber auf Bio-Betrieben in ihrer Region aufwachsen können.“


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