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Preisexplosion bei Obst und Gemüse

Verbände fordern Streichung der Mehrwertsteuer auf O+G

Die Preise für Obst und Gemüse sind im August teils stark gestiegen. Sozialverbände und Ernährungsexperten warnen vor den sozialen und gesundheitlichen Folgen. Gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse sollten von der Mehrwertsteuer befreit werden. Renate Künast kritisierte Bundesministerin Klöckner, keine entsprechenden Maßnahmen ergriffen zu haben.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben sich die Preise für Nahrungsmittel im August verglichen mit dem Vorjahresmonat um 4,6 Prozent erhöht. Die Preise für Gemüse hätten um neun Prozent zugelegt, Salat um fast 40 Prozent.

Der Sozialverband VdK warnte, Obst und Gemüse würden für Geringverdiener und Menschen in Grundsicherung durch die Preissteigerungen endgültig zum Luxusgut. Im Hartz-IV-Regelsatz seien gerade einmal fünf Euro am Tag für Lebensmittel vorgesehen. Nächstes Jahr soll der Regelsatz für alleinstehende Erwachsene lediglich um drei Euro erhöht werden, auf 449 Euro im Monat.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) forderten, gesunde Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Nüsse von der Mehrwertsteuer zu befreien. Im Gegenzug sollten ungesunde, stark gezuckerte Produkte mit einer höheren Steuer von 29 Prozent versehen werden.

Renate Künast, Grünen-Sprecherin für Ernährungspolitik, kritisierte Ernährungsministerin Julia Klöckner dafür, der Preisexplosion tatenlos zugesehen zu haben. Statt frühzeitig Maßnahmen wie zum Beispiel steuerliche Anreize auf den Weg zu bringen, um Obst, Gemüse und andere gesunde Grundnahrungsmittel zu fördern, habe die Bundesministerin vor allem die Interessen der Wirtschaft im Blick gehabt oder Geld in prestigefördernde Öffentlichkeitsarbeit investiert.

„Die Leidtragenden sind Menschen mit wenig Geld und ihre Kinder, die sich immer weniger gutes Essen leisten können“, so Künast. „Dabei ist es ist die Pflicht des Staates, das Recht auf angemessene Ernährung zu gewährleisten. Denn es ist als Menschenrecht völkerrechtlich verankert in Artikel 11 des UN-Sozialpaktes.“


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