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Politik

Enttäuschende Aussagen zum Ökolandbau

Ökoverbände kritisieren Entwurf des Koalitionsvertrags in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt haben sich die voraussichtlich künftigen Regierungsparteien CDU, SPD und FDP am Montag auf einen gemeinsamen Entwurf für den Koalitionsvertrag geeinigt. Der Agrarpolitische Arbeitskreis Ökologischer Landbau Sachsen-Anhalt (APÖL) ist vom Ergebnis enttäuscht: Der Ökolandbau werde auf seine Bedeutung bei der Entwicklung regionaler Vermarktung reduziert.

„Während die CDU-geführte Landesregierung bereits im Jahr 2016 in ihrem Ökoaktionsplan das Ziel 20 Prozent Ökoanteil formuliert hat, reduziert der aktuelle Entwurf des Koalitionsvertrags seine Aussagen zum Ökolandbau auf einen reinen Vertrauens- und Bestandsschutz“, so Dirk Werner, Sprecher des APÖL.

Erwähnt wird der Ökolandbau nur im Kontext der regionalen Wertschöpfung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte – und nicht in Bezug auf den an anderer Stelle aufgeführten Umwelt-, Natur- und Artenschutz. Der besonderen Bedeutung der ökologischen Landwirtschaft vor allem bei der Bewältigung der aktuellen Probleme Klima- und Bodenschutz, Biodiversität, Arten und Tierschutz werde dadurch ebenso wenig Rechnung getragen wie der kontinuierlich steigenden und über die Direktvermarkung hinausgehenden Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln.

„Auch in Sachsen-Anhalt können sich viele landwirtschaftliche Betriebe eine wirtschaftlich stabile Zukunftsperspektive durch die Umstellung auf ökologischen Landbau vorstellen. Doch dazu bedarf es eines klaren Bekenntnisses der Landesregierung zum weiteren Ausbau des Ökolandbaus“, betont Klaus Feick (Bioland und stellv. APÖL-Sprecher).

Der APÖL fordert deshalb eine deutlich stärkere Verankerung des Ökolandbaus, gerade wegen seines wichtigen Beitrags zu den im Entwurf des Koalitionsvertrags dargestellten aktuellen Herausforderungen. Die im APÖL zusammenarbeitenden Verbände bieten außerdem ihre fachliche Unterstützung für eine konstruktive Zusammenarbeit an.


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