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Weniger Budget für Nachhaltigkeit

Klöckner will Mittel für Öko-Forschung kürzen

Als größtes Budget aller Zeiten preist das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) den kommenden Haushalt für Ernährung und Landwirtschaft an, über den der Bundestag diese Woche diskutiert. Dabei sollen die bereits geringen Mittel für die Öko-Forschung und die Eiweißpflanzenstrategie ebenso gekürzt werden wie der gesamte Topf für Nachhaltigkeit des Ministeriums.

Im Bundeshaushalt sollen auf das Agrar- und Ernährungsbudget 7.661,4 Millionen Euro entfallen. Geplant ist, den Bereich ‚Nachhaltigkeit, Forschung und Innovation‘ zu kürzen. Damit fällt auch das Bundesprogramm Ökolandbau und die Eiweißpflanzenstrategie der Kürzung zum Opfer – und das, obwohl es jedes Jahr mehr Betriebe gibt, die bereit sind, die Landwirtschaft zukunftsfähig zu machen, indem sie auf Öko umstellen.

„Wir fragen uns, wie Klöckner so das Koalitionsvertragsziel von 20 Prozent Bio erreichen und die Land- und Lebensmittelwirtschaft krisenfest machen will“, kritisiert Peter Röhrig, Geschäftsführer des Verbands Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Der Bereich der Öko-Forschung, umgesetzt im Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN), sei bereits seit Jahren chronisch unterfinanziert. Obwohl der Forschungsbedarf wachse, würden aktuell weniger als zwei Prozent der Forschungsmittel in Bio-Forschung investiert.

Dafür sei nun geplant, 20 Millionen Euro in die Bewerbung des nicht umsetzbaren ‚Tierwohllabels‘ zu investieren. Weitere 20 Millionen sollen in eine ‚Ackerbaustrategie‘ gesteckt werden, der verbindliche Ziele fehlten. Röhrig appelliert deshalb an die Bundestagsabgeordneten, jetzt umzusteuern. Der Umbau von Ernährung und Landwirtschaft brauche Innovationen und Forschung. Mit dem Haushalt müsse in eine resiliente Landwirtschaft, Lebensmittelherstellung und Ernährung investiert werden.


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