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Wahre Preise bei Penny

Der Lebensmitteldiscounter Penny weist in seinem kürzlich eröffneten ‚Nachhaltigkeitsmarkt‘ in Berlin bei je acht konventionell und ökologisch erzeugten Eigenmarken-Produkten neben dem Verkaufspreis auch den ‚wahren Preis‘ aus. Dieser berücksichtigt neben den Herstellungskosten auch einige Umweltfolgekosten, die bei der Lebensmittelproduktion entstehen. Der Bundesverband für Naturkost und Naturwaren e.V. (BNN) begrüßt die Aktion.

„Das ist es, was in der deutschen Lebensmittelwirtschaft falsch läuft: Bei Essen sollte es nicht um den niedrigsten Preis gehen, sondern um die höchste Nachhaltigkeit“, kommentiert Kathrin Jäckel, BNN-Geschäftsführerin die Aktion des Lebensmitteldiscounters. Denn solange die Umweltfolgekosten nicht ein obligatorischer Bestandteil der Lebensmittelpreise seien, könnten weder Erzeuger, noch Hersteller, noch Kunden die richtigen Entscheidungen treffen. Es sei höchste Zeit, dass die Preisverzerrung im Lebensmittelhandel endet.

Die der Aktion zugrunde liegende Studie der Universität Augsburg, zeigt, dass Bio-Lebensmittel da schon auf einem guten Weg sind. In allen untersuchten Kategorien verursachen biologisch hergestellte Lebensmittel geringere Folgekosten als konventionelle Vergleichsprodukte. Der Verzicht auf beispielsweise chemisch-synthetische Pestizide und Gentechnik und die Investition in artgerechte Tierhaltung verursachen Kosten, die bei Bio-Lebensmitteln zwangsläufig eingepreist sind. Sie sind also nur vermeintlich teurer, weil sie tatsächlich näher dran sind an den wahren Preisen.


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